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 Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)

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vivi
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BeitragThema: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   Do 20 Aug 2015 - 7:41


Jasper


Die Nacht war langsam und schleichend über Aura herein gebrochen. Die Dunkelheit hatte nichts geheimnisvolles, nichts schönes an sich, denn der von dem Smog der Fabriken ewig verdunkelte Himmel zeigte wie immer keine Sterne. Die Nacht war die Zeit, in der die Angst der Schwachen ihren Höhepunkt erreichte und sie sich in ihre kleinen, feuchten, dreckigen Höhlen verkrochen, bis die blasse Sonne den neuen Tag ankündigte. Für die Starken und Mutigen bot die Nacht vor allem eines: Sicherheit. Denn die engen schlammbespritzten Gassen der Armenviertel waren nur spärlich beleuchtet, da sich niemand die Mühe machte, die wenigen uralten Laternen zu reparieren. Hier konnte sich nur der zurecht finden, der die verschachtelten Wege wie seine Westentasche kannte. Niemand Fremdes verirrte sich um diese Zeit an diesen Ort. Wenn der Wind des Nachts zwischen den baufälligen Häusern umher wehte, trug er das Geflüster der Rebellion mit sich.
In der Ferne bellte ein Hund und aus einem der wenigen kerzenerleuchteten Holzfenster erklang das heisere Schreien eines Säuglings, der bald an seinen entzündeten Lungen verenden würde. Dunkle Gestalten huschten lautlos umher und bewegten sich schnell und zielstrebig durch das Viertel. Erst waren es wenige, die sich zwischen den Ruinen zusammengefallener Häuser und den tiefen Schatten der baufälligen Balustraden bewegten, doch je näher sie dem Kern des Elendviertels kamen, desto mehr wurden sie.
Kein Wort wurde gesprochen, denn das grimmige Schweigen zwischen ihnen hatte etwas Feierliches. Sie alle hatten ein Ziel.
Dieses Ziel war ein altes Haus, dessen Wände selbst im grellen Sonnenlicht eine undefinierbare Farbe hatten. Es schmiegte sich perfekt zwischen die anderen Häuser im Zentrum der Armenviertel Auras. Wilde Muster aus Ranken und Schimmel schmückten die löchrigen Wände und zogen sich über die ganze Häuserreihe hinweg. Dieses eine Haus sah aus, wie jedes andere in der Gasse und dieser Umstand machte es besonders wertvoll- jeder, der nicht in diesen Straßen um sein Leben gebangt hatte, wäre desinteressiert daran vorbei gelaufen.
Die vermummten Schatten näherten sich nach und nach vorsichtig diesem Haus. Sie alle achteten darauf, sich so unauffällig wie möglich zu bewegen. Sie kamen aus allen Richtungen und nie sah man mehr als drei auf einmal auf dem steinigen Weg.
Die Tür dieses einen kleinen Hauses war verwittert und wäre wohl bei der kleinsten Berührung auseinander gefallen.
Doch die nächtlichen Besucher steuerten nicht dieses baufällige Konstrukt an sondern bogen kurz vorher nach rechts ab. Dort, im Schatten eines beeindruckenden Efeus der sich bis zum Dach rankte, geschützt von den Schatten der Fensterläden darüber und einer zusammengefallenen provisorischen Schaukel aus dünnen, angerotteten Baumstämmen, war ein schmaler Durchgang. Wer nichts von dieser schmalen Lücke wusste, würde sie nie finden. Der perfekte Schutz. Zudem war die Lücke von der Höhe eines kleinen Erwachsenen so schmal, dass kein wohlgenährter, reicher Adeliger hindurch gepasst hätte.
Dieser Ort war das Geheimnis der Unterdrückten.
Denn an diesem Ort trafen sich in den dunkelsten und einsamsten Nächten all jene, die bereit waren gegen die Unterdrückung zu rebellieren.

Der geheime Unterschlupf befand sich im Keller des Hauses, denn dieser hatte riesige unterirdische Ausmaße, die man von außen nicht einmal erahnen konnte. Allein der Zufall hatte das Potential dieses riesigen versteckten Raumes in die Hände der Rebellen Auras gespielt.
Der feuchte kalte Keller wurde von mehreren kleinen Laternen und einer Vielzahl unterschiedlicher Kerzen erleuchtet. Ihr Licht spiegelte sich auf den ernsten Gesichtern der Anwesenden wieder, die in hoher Zahl zwischen alten Kisten und großen Säcken voller übel riechendem Stroh standen. Hier und da wurden tuschelnd Gespräche geführt die schnell wieder verebbten, nur um dann von neuem zu beginnen. Die Spannung in der schneidend kalten Kellerluft war fast schon spürbar.
Es waren nie zuvor so viele gewesen, die sich dort versammelt hatten, viele fremde neue Gesichter schauten unruhig hin und her. Auch wenn diese Treffen immer einen ernsten Beigeschmack hatten, war dieses Mal etwas anders. Die Leute waren noch ein bisschen grimmiger und verbitterter als sonst. Etwas war vorgefallen. Die kollektive Anspannung der Anwesenden wurde von Sekunde zu Sekunde größer.

Gleich neben der wurmdurchfressenden Leiter, die in das steinerne Kellergewölbe hinunter führte, war aus alten Brettern und Kisten eine behelfsmäßige Bühne gebaut worden. Links und rechts daneben hingen zwei kleine Öllaternen an langen Pfeilern und schickten ihr geisterhaftes Licht über die noch leere Fläche. Gleich dahinter hing ein Vorhang aus dreckigen feuchten Leinentüchern auf denen mit eindrucksvoller roter Farbe groß das Zeichen der Rebellen gemalt worden war. Dieses Banner erfüllte gleich zwei Zwecke. Einerseits erhob es sich imposant hinter demjenigen, der auf dieser Bühne stand und ließ ihn wichtig erscheinen. Desweiteren jedoch schirmten die Stoffbahnen den kleinen Nebenraum dahinter von der Aufmerksamkeit der anderen Anwesenden ab und schenkten den beiden Frauen dahinter ein wenig Abgeschiedenheit.
Auch dieser kleine Raum war mit Kisten vollgestopft, deren Inhalt schon vor langer Zeit geplündert worden war. Jetzt hatte jemand diese so angeordnet, dass behelfsmäßige Stühle und ein Tisch erkennbar waren. Überall an den Wänden hingen große und kleine Karten, von dem Viertel, Aura und ganz Secratia, die alle mit unterschiedlichen Farben markiert worden waren. Auch an vielen anderen Orten lagen kleine und große Haufen schmutzigen Pergaments, die entweder bereits mit enger Schrift gefüllt waren, oder noch darauf warteten. Die Notizen gingen über Pläne bis hin zu einer langen Liste von Leuten, die als feste Mitglieder der Rebellen für vertrauenswürdig befunden worden waren. Da es sich bei diesen Notizen mitunter um sehr delikate Informationen handelte, waren sie in einer Geheimschrift geschrieben, die nur wenige Auserwählte lesen konnten. So war die Chance, dass diese Geheimnisse in falsche Hände gerieten schwindend gering.
Im flackernden Licht einer großen, schmutzig-weißen Kerze, die auf dem behelfsmäßigen Tisch stand, lief Jasper unruhig auf und ab. Ihre kurzen dunklen Locken wippten bei ihren Schritten wild auf und ab. Ihre treue Waffe war griffbereit gegen die Wand gelehnt und immer wieder huschte ihr Blick wachsam zum Vorhang. Sie konnte nur erahnen, wie viele Leute sich dahinter versammelt hatten und angespannt auf Celestes Auftritt warteten.
"Die Sache, die in Principia vorgefallen ist, hat sich schnell rumgesprochen. Viel zu schnell, finde ich. Sie machen uns für diese Anschläge verantwortlich. Als wäre das nicht schon schlimm genug, häufen sich die Übergriffe auf Verfluchte und ihre Unterstützer. Keine Ahnung, ob das mit diesen angeblichen Terroristen zusammen hängt aber denkbar wäre es.", Jasper stoppte ihre lauten Überlegungen und schaute zum ersten Mal zu der anderen Frau in dem kleinen Raum. Dieses Mal sprach die Rebellin direkt zu ihrer Anführerin:
"Die Leute werden immer unruhiger. Castor und seine Gruppe hetzen sie auf und die Wut der einfachen Leute ist deutlich spürbar. Celeste, wenn das so weiter geht, wird es neue Anschläge geben, nur dass die Übeltäter dieses Mal wirklich unsere Leute sind."
Einen winzigen Moment lang brach die emotionale Mauer, die die junge Frau jahrelang um sich herum aufgebaut hatte und Sorge überschattete ihr Gesicht, als sie Celestes kleine, zierliche Gestalt musterte. Dann schüttelte die größere der beiden Frauen unwirsch den Kopf und nahm ihre ziellose Wanderung durch den Raum wieder auf.
Jasper vertraute Celeste bedingungslos und auch wenn es an diesem Abend hart werden würde, die Menschen hinter dem Vorhang von ihrer Sache zu überzeugen, war Jasper trotzdem davon überzeugt, dass es ihnen, wie immer, gelingen würde.


(da ich gar keine wirklichen Vorgaben hatte, hab ich jetzt einfach mal Initiative ergriffen. Wenn irgendetwas davon überhaupt nicht in Ordnung sein sollte oder etwas mit euren Plänen kollidiert, dann sagt es mir einfach, zur Not muss ich das halt nochmal überarbeiten
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Makilicious
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   Fr 28 Aug 2015 - 13:10

(Einfach WOW Vivi! Daumen hoch und du hast alles super geschrieben!)

Celeste
Aus Gewohnheit saß die Rothaarige mit geradem Rücken da und schien in der ganzen Szenerie überhaupt nicht hinein zu passen, denn auf dem ersten Blick würden Außenstehende ihre abgewetzten Klamotten, die müden Ringe unter den Augen sowie Spuren undefinierbaren Schmutzes auf ihrer Wange sehen. Doch betrachtete man die junge Frau genauer, erkannte man den Kampfgeist in ihren Augen, die Art und Weise, wie sie ihr Gegenüber betrachtete, ihre gesamte Körperhaltung, die sich von denen aus dieser Gegend unterschied und sogar die leuchtende Farbe ihrer Haare, die Celeste’s Leidenschaft widerspiegelte. Ihre ganze Präsenz war zweischneidig, wie das Schwert, das die junge Frau nach hartem Training immer noch nicht geschickt führen konnte.
In diesem 1,60m großen Mädchen schlummerte mehr als nur eine geheime zweite Hälfte, mehr als nur eine für die ganze Operation gewagte Vergangenheit, dahinter versteckte sich eine Person, die die Welt zum Besseren verändern wollte und dafür Ruhm, Reichtum und Familie aufgeben würde, vielmehr bereits aufgegeben hatte. Niemand wusste, dass sie das getan hatte, dass sie ihre Familie verletzen musste oder dass sie einer jener Personen ist, die ihre Gefolgschaft so sehr verachtete: eine Gesegnete. Doch diese Aspekte beeinflussten Celeste’s hoch angesetzte Ziele keineswegs.
Einmal wieder musste sich die junge Frau erinnern, auf ihre Körperhaltung zu achten und sie lockerte die Schultern, verfolgte Jaspers Bewegungen dabei mit ihren Augen. Immer schon hatte sie ihre engste Vertraute bewundert: Sie strahlte regelrecht Stärke aus, war selbstbewusst, wusste, was sie wollte und konnte obendrein hervorragend kämpfen. Noch dazu war sie loyal und ehrenhaft. Eigenschaften für die es Wert war zu sterben, zu beschützen. Und Celeste konnte von Glück reden, Jasper als Freundin zählen zu dürfen.
Im Gegensatz zu der Braunhaarigen, die unruhig auf und ab lief, stützte Celeste ihren Ellbogen auf den provisorischen Tisch ab und verfolgte Jaspers Wanderung mit ihren olivgrünen Augen, während sie ihr Kinn auf ihre Handfläche bettete, dabei den Kopf etwas neigte. Ein kaum merkliches Lächeln zierte die Lippen des ehemaligen Adelsmädchens. Es handelte sich hierbei um nichts weiter als das leichte Anheben ihrer Mundwinkel und doch würden es ihre engsten Vertrauten bemerken. Dieses Lächeln, von dessen Existenz nicht einmal die Rothaarige etwas mitbekommen hatte, verschwand so schnell, wie es aufgetaucht ist, als Jasper ihre Wanderung vor ihr einstellte und sprach. Natürlich hat auch sie vieles von den Terroristen in Principia gehört und auch sie beschäftigten ähnliche Gedanken, doch typisch für die junge Frau blieb sie ruhig und nickte lediglich, nachdem sie ihre Hand sinken ließ.
„Und deswegen bin ich hier“, erwiderte sie und schien sich dabei auf letzter Aussage Jaspers zu beziehen. Ihre Stimme klang dabei sanft und hatte einen Klang, der ihr Aussehen nur abrundete. „Ich muss sie davon überzeugen, dass das der falsche Weg für eine Veränderung ist. Das ist nicht das, wofür wir stehen, weshalb wir diese Gruppe gegründet haben“, setzte sie fort und lächelte dabei leicht, nur dass es dieses Mal einen bitteren, fast traurigen Nachgeschmack hatte. Fakt war, dass die Rothaarige allmählich das Gefühl bekam die Kontrolle zu verlieren, Verhaltensmuster der Gruppe entwickeln sich als unvorhersehbar, die Wut als unermesslich und kaum zu bändigen. Bisher hatte Celeste an ihre Einsamkeit appelliert und der Gruppe das Gefühl geben können, mit Zusammenarbeit alles erreichen zu können, Hoffnung und das enge Beisammensein war wie Öl für Feuer. Doch diese Aspekte erwiesen sich im Laufe der Zeit als Selbstverständlich, weshalb sie bald mehr suchten, sie erwarteten in einer viel zu kurzen Zeit Ergebnisse, die Celeste ihnen nicht bieten, nicht beschaffen konnte, die sie selber nicht sehen konnten. Die immer ansteigende Anspannung sowie die wachsende Wut unter den Rebellen rundeten den ganzen Chaos nur ab.
Endlose Sekunden verstrichen, in denen Celeste Jaspers Wanderung verfolgte, bevor sie aufstand und tief durch atmete, ihre Kleidung glatt strich, ihr Kinn reckte und schließlich nickte. „Auf geht’s“, meinte sie und schenkte Jasper noch ein aufheiterndes Lächeln. Anmutig und elegant schritt sie auf die Bühne, Jasper hielt sich dabei schräg hinter sie auf, sodass sie zwar zu erkennen war, aber gleichzeitig im Hintergrund stand, da die Aufmerksamkeit auf die Anführerin gelenkt werden sollte. Mit ihrem Auftritt verklangen die leisen Gespräche, die den Raum soeben noch gefüllt haben. „Verbündete“, erhob sie nach einigen Sekunden die Stimme und ließ dabei ihren Blick wandern.
„Kameraden“ Die Worte sprach sie wie einzelne Wellen aus, die in den Pausen langsam zu verebben schienen.
„Freunde“ Diesmal schenkte sie dem Publikum ein leichtes Lächeln, bevor ihr Gesichtsausdruck wieder ernst wurde.
„Ich wünschte, ich könnte euch nun eine Rede vortragen, die euer Herz berührt, die eure Seelen zum Beben bringt, euren Körpern Gänsehaut bereitet… Doch das einzige, das ich euch bieten kann, ist die Wahrheit“, begann die Rothaarige und ein Feuer schien dabei in ihren Augen zu lodern, die sie ihrer Gefolgschaft präsentierte. Jedes ihrer Worte sprach sie mit Selbstbewusstsein aus und sie erregte dank ihrer Stimme Aufmerksamkeit, da diese gleichzeitig stark, aber auch unendlich sanft klang.
„Und die Wahrheit berührt nicht eure Herzen, sie umklammert sie. Sie bringt eure Seelen nicht zum Beben, sie rüttelt sie wach. Sie beschafft euren Körpern keine Gänsehaut, sondern lässt sie schaudern“, setzte sie fort und ließ ihren Blick einmal wieder schweifen. „Ich wünschte, ich könnte euch eine Welt präsentieren, die verständnisvoll ist. Eine Welt, die unsere Absichten versteht. Wäre dem so, würde es uns, die Rebellen, nicht geben. Denn wir sind da, um der Welt die Augen zu öffnen. Ich wünschte, die Rebellion lässt sich mit Kinderbüchen gleich setzen, in denen es einen einzigen Kampf für die Verwirklichung unsere Ziele benötigt. Die Realität lässt dies nicht zu. Es benötigt weitaus mehr als einen Kampf. Es benötigt Stärke, Mut und Ehre. Doch auch diese Eigenschaften sind nicht der Schlüssel für das Konzept dieser Rebellion“, sprach Celeste leidenschaftlich und meinte dabei jedes Wort, das ihre Lippen verließ. Es waren keine auswendig gelernten Worte, es war eine improvisierte Ansprache. Sie musste nicht ihren eigenen Traum, ihre eigenen Gedanken auswendig lernen.
„Die besagte Eigenschaft ist Vergebung“, setzte sie fort und begegnete damit viele fragwürdige Blicke, die durchaus berechtigt waren. Man musste die Aufmerksamkeit erregen und das gelang einem am besten durch unerwartete Aktionen.
„Denn eines Tages… eines Tages werden unsere Vorstellungen wahr werden, aber der Weg bis dahin ist entscheidend. Wie soll dieser Weg gestaltet werden? Überflüssiges Blutvergießen? Barbarisch? Oder ehrenhaft? Brutal? Oder doch lieber intelligent? Werden sie eines Tages mit dem Finger auf uns zeigen und sagen, dass wir diese Behandlungen verdient hatten? Oder werden sie beschämt die Köpfe sinken und erkennen, dass wir das Recht auf einer gleichwertigen Behandlung haben?“, sprach sie und war beim Sprechen regelrecht Feuer und Flamme, sah dabei jeden einzelnen etwas länger in die Augen. „Entscheidend ist nun, dass wir ihnen keinen Grund geben uns zu hassen, uns zu verachten, uns zu fürchten… Und dafür müssen wir vergeben können“, stellte Celeste klar und ihre Stimme wurde an dieser Stelle sanfter, ihre Augen weicher. Man erkannte dem Publikum an, dass Celeste in ihnen etwas bewirkt hatte, denn sie warfen sich gegenseitig Blicke zu und nickten langsam.
„Wir werden für unsere Rechte einstehen, wir lassen uns die momentane Situation nicht gefallen, doch um das zu erreichen, müssen wir die richtigen Methoden anwenden und nach anderen Waffen greifen als gewöhnliche Kämpfer. Wir sind nicht gewöhnlich, wir sind Rebellen“, endete Celeste, bevor sie ihre zarte Faust anhob und ihre Gefolgschaft tat es ihr gleich. Das Zeichen der Rebellen, ein Zeichen der Gemeinschaft, ein Zeichen des Vertrauens, das nun auf keinen Fall gebrochen werden sollte, denn momentan war die Situation heikler denn je.

(Let’s just pretend the speech was epic and shit xD)
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Mikotsuki
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   Sa 29 Aug 2015 - 12:50

Evelyn und Ebony

Flüsternd unterhielten sich die beiden Schwestern und warfen immer wieder Blicke zu dem provisorischen Vorhang, hinter dem sich ihre ach so große Anführerin versteckte und vermutlich überlegte, wie sie die Leute beruhigen konnte. Aber nach einem kurzen Rundblick erkannten die Zwillinge erfreut, dass dies heute nicht so einfach zu machen wäre. Viel Wut hing in dem kleinen Keller und ließ ein düsteres Lächeln auf den Lippen der Zwillinge  erscheinen, die sich zusammen am  Rand hingestellt hatten, um das Geschehen zu beobachten. Auch das Gespräch zwischen den Beiden verstummte, als Celeste die Bühne betrat. Das Geschäft kann auch noch kurz warten.

Evelyn vertrete die Augen, während ihre so noble Anführerin anfing über Wahrheiten zu philosophieren. „Ach wünscht sie das.“, schnaubte das Mädchen, „Wie ironisch das ausgerechnet unsere geliebte Anführerin von der Wahrheit spricht. Als ob wir Freunde seien, sie hält es ja nicht für nötig ihnen, nein uns von ihrer Herkunft zu erzählen. Stell dir nur diese wundervoll enttäuschten Gesichter vor, so schön von Verrat gezeichnet.“, einzig Ebony hörte das leise unheilbringende Kichern.  Nicht minder sarkastisch, aber mit unterdrückter Wut. „Was meinst du, wie viele hier können lesen oder hatten gar genug Geld, um sich Kinderbücher zu kaufen?“, zischte Ebony wütend zurück. Sie musste an sich halten, um nicht laut zu werden. Zu gerne hätte sie allen hier mitgeteilt, was ihre Anführerin ist und das sie nur ihre eigene Rasse beschützt, aber jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt. Die Leute fressen ihr aus der Hand.

Wenn sie nur wüssten., dachte sich Ebony und wandte sich mit einem Grinsen an ihre Schwester. Sie war hier die für die verrückten Pläne. „Evelyn? Zeit für einen Plan.“, flüsterte sie. „Zeigen wir ihnen, was sie wirklich ist.“, sie deutet mit dem Kopf auf die versammelte Menge, die gebannt Celestes Ausführungen lauscht und nickten wie vertrottelte kleine Lämmchen. „Komm schon, Lyn.“, sie schaute ihren Zwilling fragend an. Das Ende der Rede war nahe und sie brauchten eine Idee, bevor sich Celeste und ihre Handlangerin verdrückten.

„Ich hab was.“, zischte Evelyn endlich und wisperte Ebony ihren Plan ins Ohr. Das gleiche grausame Grinsen breitet sich auf ihren beiden Gesichtern aus. „Los, tun wir’s.“,  voller Tatendrang wollte sich Ebony schon ans andere Ende des Kellers verdrücken, doch ihre Schwester hält sie auf. Fordernd hielt sie ihr die Hand hin: „Messer.“, sagte sie nur. Während Evelyn einen schmucklosen Bronzedolch aus ihrer Tasche holte, scannte ihr Zwilling den gesamten Raum. „Bauch?“, fragte sie. „Bauch.“, stimmte Ebony zu, bevor sie sich durch die Menschen drängelte, um weiter nach vorne zu kommen und von Evelyn abzulenken.

Wie auch die anderen um sie herum hob Ebony ihren Arm als Zeichen, ließ ihn aber relativ früh wieder sinken. „Und was tun wir jetzt wegen Principia?“, brüllte sie auf einmal laut los und sicherte sich so die Aufmerksamkeit der Umstehenden. „Sollen wir uns etwa an den Händen fassen und beten, dass es aufhört?“, schnaubte sie. „Die Gesegneten werden niemals aufhören. Besonders nicht, wenn wir uns hier in Kellern verstecken und von einer friedlichen Welt träumen.“, sie ließ sich nicht unterbrechen und lenkte alle von ihrer Schwester ab, während diese sich durch die gebannte Menge dring, näher an die improvisierte Bühne heran. „Unsere Welt. Unsere Situation wird sich nicht ändern, wenn wir hier weiter herumsitzen und nichts tun. Wir haben diesen Krieg zwar nicht begonnen, noch wollen wir ihn. Trotzdem verlieren wir ihn. Weil sie uns treffen, aber wir schlagen auch nicht zurück. Wir verstecken uns wie Feiglinge und sterben an schlechter Luft.“, zufrieden erkannte sie, dass ihr inzwischen wirklich alle zuhörten. Na ja, fast alle. Sie nickte ihrer Schwester zu, die inzwischen auch näher an der Bühne stand und zielte. „Das Leben ist ungerecht, aber jetzt ist die Zeit gekommen, Risiken einzugehen. Uns kann nichts mehr passieren. Verflucht sind wir doch schon alle.“, sie zwinkerte Celeste zu und grinste kurz schelmisch, bevor ein zischendes Geräusch, gefolgt von einem Aufprall, erklang und alle sahen wie Jasper zu Boden ging, einen Dolch im Bauch stecken. Schmerzhafter und langsamer Tod. Zufrieden erkannte Ebony, dass der Wurf perfekt getroffen war, bevor sie sich im allgemeinen Tumult nach hinten verdrückte, wo schon Evelyn auf sie wartete. „Guter Wurf.“, Ebony konnte ihr Grinsen nicht weiter unterdrücken, während sie das Drama auf der Bühne amüsiert beobachtete. „Jetzt wird sich zeigen, wie sehr sie an ihrem Geheimnis hängt.“, sprach Evelyn das aus, was ihre Schwester dachte. „Let the show begin.“, flüsterte diese mit einem grausamen Grinsen auf dem Gesicht.
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   So 30 Aug 2015 - 4:35

Jasper

In Sekundenbruchteilen schluckte Jasper ihre Bedenken herunter. Das ungute Gefühl, das sie bereits seit den frühen Abendstunden gespürt hatte, war noch immer nicht gewichen. Doch in der langen Zeit, die sie nun schon wie ein Schatten immerwährend an Celestes Seite stand, hatte sie gelernt diese Sorgen zu verstecken. Eine gute und zuversichtliche Ausstrahlung war mindestens genauso wichtig, wie die perfekte Wortwahl. Die Dunkelhaarige wusste, dass sie weder die Wortgewandtheit noch das natürliche Charisma von Celeste besaß. Stattdessen blieb ihr nicht viel übrig, um die eindrucksvollen Auftritte ihrer Anführerin zu unterstützen, als wie eine stumme, eindrucksvolle Wächterin hinter ihr zu stehen.
Als Celeste elegant hinter dem Vorhang hervor trat, kehrte fast sofort eine gespannten Ruhe in dem Keller ein. Jasper konnte, wie alle anderen, nicht den Blick von dieser zierlichen Gestalt abwenden. Auch wenn Celeste die Kleidung der Menschen des Viertels trug, konnten diese ihre Ausstrahlung nicht verstecken. Als die Rothaarige auf die Bühne trat war es, als würden die Kerzen im Raum plötzlich heller leuchten. Die Sorge und das ungute Gefühl, das sich wie ein Knoten in Jaspers Brust eingenistet hatte, zerschmolz unweigerlich, als Celeste zu sprechen begann. Jasper stand im Halbschatten hinter ihr, niemand schenkte ihr Beachtung, da die Anführerin der Rebellin die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog. Ihre Worte waren wie Balsam für die aufgereizten Gemüter der Anwesenden. Je länger ihre Rede durch das Gewölbe hallte, desto mehr konnte man die Zustimmung der Zuhörer erahnen. Viele nickten, entspannten sich. Jasper hatte zum ersten Mal an diesem Tag das Gefühl, dass alles gut lief.
Wie hatte sie an Celeste zweifeln können, dachte sie unangenehm berührt.
Doch nicht alle ließen sich von den mutigen Worten der Anführerin besänftigen. Wie aus dem Nichts unterbrach jemand lauthals die passionierte Rede und der Zauber, den Celeste auf die Leute ausübte, wankte. Jaspers goldene Augen huschten über die Reihen der unruhigen Zuhörer, um die Quelle der Unterbrechung auszumachen. Beschützend trat sie einen Schritt vor Celeste, während die Unruhstifterin, ein junges Mädchen mit blauen Haaren und einer bösartigen Ausstrahlung, weiter sprach. Die Zweifler scharrten sich um die Sprecherin und die unsichere Stimmung in dem Keller schien kurz davor zu sein zu kippen. Jasper spürte Ärger in sich aufsteigen, als sie anhob, dieses Mädchen ihrerseits zu unterbrechen.
Der Dolch der zielsicher aus den Reihen der Zuschauer geflogen kam, gab ein leises Zischen von sich, als die scharfe Klinge durch die Luft glitt. Die große Frau hatte keine Chance rechtzeitig zu reagieren. Alles was sie spürte war ein kurzes Ziehen und dann eine unerträgliche Welle des Schmerzes, bei dem ihr ein überraschter Aufschrei entfuhr. Mit aufgerissenen Augen sank Jasper auf die Knie. Am Rande ihrer Wahrnehmung bemerkte sie, wie Blut, viel zu viel Blut an ihren Händen entlang zu Boden strömte. Ein Wimmern entfuhr ihren blassen Lippen, als sie halb sitzend, halb liegend das tödliche Geschoss mit zitternden Händen aus der Wunde zog. Blut tropfte aus ihrem Mundwinkel, als der glitschige Dolch aus ihren blutigen Händen glitt und mit einem dumpfen Geräusch auf dem Holzboden der Bühne aufschlug. Jasper konnte nicht mehr denken, nahm nichts mehr um sich herum wahr.
In dem Keller war ein Tumult ausgebrochen. Panik machte sich breit und es war nunmehr unmöglich den Angreifer zu identifizieren. Viele der Anwesenden hatten Angst um ihr eigenes Leben, während die treuen Anhänger Celestes aus Angst um das Leben ihrer Anführerin zur Bühne hetzten.
Das war das Ende der Versammlung. Jemand hatte erfolgreich verhindert, dass Celeste die Rebellen wieder unter Kontrolle bekommen konnte.
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   Mi 21 Okt 2015 - 20:02

Celeste
Ihre treue Gefährtin, ein Messer, ein Mädchen und Celestes Welt fiel regelrecht auseinander. Die Rothaarige hätte bei den Schmerzen in ihrer Brust nach zu urteilen schwören können, dass sie selbst das Messer abbekommen hatte, dass sie um ihr Leben kämpfte und dass ihr Blut wie in Strömen aus der Wunde floss. Nur dumpf drangen die Geräusche der Außenwelt zu ihr durch, machten es ihr unmöglich Schreie von Schüssen zu differenzieren, geschweige denn Worte einer Bedeutung zuzuordnen, die man ihr zurief. Wie versteinert stand sie da und hatte das Gefühl, Jahre würden vergehen, bis Jasper das Messer aus der Wunde zog und den Blutverlust dadurch nur verschlimmerte. Die Mimik des ehemaligen Adelsmädchens schien wie leergefegt, keine einzige Emotion spiegelte sich in ihrem Gesicht wider, bloß ihre aufgerissenen Augen, die wie ein Riss in einem perfekt geformten Marmorstein erinnerten, bewies, dass ihr Herz somit in Tausend Teile zerbrochen war. Und dennoch arbeitete ihr Gehirn auf Hochtouren. Abermillionen Gedanken schossen ihr durch den Kopf, sie versuchte die Trauer geistig beiseite zu schieben, doch die Tränen in den Augen der Anführerin stellten klar, dass ihr dies eher missling. Nichtsdestotrotz versuchte sie Wege zu finden, wie sie Jasper helfen konnte, urteilte über die Wahrscheinlichkeit ihres Überlebens verknüpft mit eben jenen Plänen nach und warf dementsprechend alle Gedanken wieder beiseite. Insgeheim wusste sie, dass nur ein Weg ihre treue Gefährtin retten konnte.
Es müssten höchstens wenige Sekunden vergangen sein, seit Jasper das Messer gezogen hatte, bis Celeste nach vorne stürzte und sich neben der größeren Frau nieder kniete. Abermals murmelte die Rothaarige unverständliche Wortfetzen, während sie Jaspers Gesicht in ihren zarten, zitternden Händen nahm und ihr die Haare aus der Stirn strich. Ihre Worte gingen in dem Lärm unter, doch selbst die Rothaarige konnte die Bedeutung dahinter nicht recht identifizieren. In diesem Moment gelangten die ersten Anhänger auf die Bühne und scharrten sich um die Anführerin, die während der Ansprache ruhig und gefasst, sanft und warm gewesen ist und nun frustriert und verzweifelt war. Man zerrte an ihr, man packte sie an den Schultern, doch nichts brachte sie dazu, Jasper den Rücken zuzukehren. Wieder schrie man ihr etwas zu, von wegen die Friedenswächter wären bald da und sie müssten gehen. Ein Satz jedoch brachte Celeste dazu, wütend zu werden. Ein Wort, das für gewöhnlich nicht einmal ansatzweise in ihrem Vokabular vorhanden war. Jasper wird es sowieso nicht schaffen!
„Nein!“ Die 1,60m-Große erhob beim Aussprechen dieses Wortes lediglich leicht die Stimme und eine genervte Note vermischte sich mitunter, nichtsdestotrotz war diese Seite dermaßen ungewohnt von ihr, dass augenblicklich Ruhe einkehrte. „Jasper, es tut mir Leid“, flüsterte Celeste und legte beide Hände auf die Wunde der Braunhaarigen, bevor sie die Augen konzentrier schloss. Sie wusste, dass sie damit alles aufs Spiel setzte, wofür Jasper und sie doch so lange und hart gekämpft haben, dass sie mit dieser Entscheidung mehr Feinde als Freunde gewinnen würde. Und doch wären Celeste selbst zwei abgehackte Arme lieber als ihre beste Freundin zu verlieren. Den Menschen, zu dem sie aufsah, der Mensch, der immer an ihrer Seite stand, egal wer oder was sie war.
Wärme floss durch ihren zarten Körper und sie hatte das Gefühl, sie würde einen Teil auf Jasper übertragen, sie schien regelrecht zu leuchten und zu strahlen, während sich die Wunde unter ihren Händen schloss.
Die Zuschauer um sie herum sogen überrascht die Luft ein, doch Celeste achtete nicht darauf. Einige scheinbar endlos lange Sekunden verstrichen, als sie ihre Hände von Jasper abließ und ihr Gesicht mit ihren intelligenten, grünen Augen musterte, bereits in der Sorge, dass sie zu spät gehandelt hatte.
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   So 1 Nov 2015 - 4:39

Jasper
(es ist fünf Uhr morgens, während ich das hier schreibe und mir ist langweilig, weil mich das Rugbyfinale, was gerade live im Fernsehen übertragen wird, nicht interessiert xD verzeiht mir)

Der Tod war eine seltsame Sache. Nicht, dass die Menschen des Viertels große Angst davor hätten. Das Leben brachte jeden einzelnen Bewohner jeden Tag näher an die Grenze zum Jenseits; die Furcht davor war längst in den harten Schatten des Alltags versunken. Wenn einer Gruppe von Menschen die Vergänglichkeit des Lebens am meisten bewusst war, dann den Bewohnern der Slums Auras. Wäre deren Leben, gelinde gesagt, nicht so beschissen, würden sie vermutlich jeden einzelnen Sonnenaufgang wertschätzen. Doch zwischen Hunger, Elend und Kriminalität verlor das zarte Licht des Morgens am Horizont, ziemlich schnell seinen Reiz. Kein Wunder also, dass die unglücklichen Menschen des Viertels sich einbildeten, des Todes engste Freunde zu sein.
Doch Mensch bleibt Mensch und solange die Aussichtslosigkeit des Lebens im Dreck nicht die Psyche mancher so verdrehte, dass sie sich aus einem wilden Impuls heraus das Leben nahmen, steckte hinter jedem gezeichneten Gesicht der Wille zu überleben.
Ob Krankheit, Streit oder die Brut, die sich höher sah, als die Armen und Schwachen; all diese Feinde des Lebens wurden, wenn es darauf ankam, bis zum letzten Atemzug bekämpft.
Der Tod von Jaspers Vater war erst der Anfang der Bekanntschaft gewesen, die die junge Frau mit dem Sterben machte. Sie hatte Zeit ihres Lebens viel zu viele Lebenslichter verlöschen sehen, zum Teil als Vollstrecker und zum Teil als apathischer Zuschauer, unfähig den Prozess des Sterbens zu verhindern.
Egal wie viele Leben auch des Nachts in den Schatten der Gassen verblassten, die Sonne ging doch jeden Morgen wieder auf, unbeeindruckt ob des Leidens unter ihrem Licht. Was Jasper jedoch aus ihrer Sicht mehr mit dem Tod verband, als ihre Nachbarn, war der Fluch, der sie unberechtigterweise dazu zwang, jeder Pflanze unter ihren Fingerspitzen das Leben zu nehmen.
Sie hatte den Sinn dahinter nie verstanden, mehr noch mischte sich der Schmerz, der in ihrem Körper nun allgegenwärtig war, mit der bitteren Ironie ihres Lebens, gepaart mit einer unerwarteten Angst vor dessen Ende. Niemand konnte sich an den Tod gewöhnen, wurde ihr mit schwindendem Bewusstsein klar.
Niemand konnte sich wirklich darauf vorbereiten.
Die Geschichten, dass das Leben und die glücklichen Momente der Vergangenheit vor den Augen des Sterbenden vorbei zogen, waren Unsinn, dachte sie.
Als der Schmerz und die wirren bruchstückhaften Gedanken in ihrem Kopf sie dem Ende entgegen spülten, bereute sie nur noch, dass sie Celeste nicht mehr würde beschützen können.
Der tiefe Atemzug, der plötzlich und unvorhergesehen in ihre stillen Lungen fuhr, war wie ein Schlag auf die Brust. Elektrisierend fuhr er durch den Körper der jungen Frau, belebte ihr Herz, ließ das Blut wieder ohne Unterbrechung durch ihren Körper fließen und fachte den Funken ihres Geistes noch einmal an.
Und wie dieser Funke einschlug.
Mit keuchendem Atem begleitet, der in der schlagartigen Stille um sie herum noch lauter klang, riss sie die großen, goldbraunen Augen auf, bereit, sich erneut dem harten, schmerzhaften, dreckigen, unfairen, süchtig machenden Leben zu stellen.
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BeitragThema: Re: Verräter haben blaue Haare (Celeste, Jasper, Evelyn, Ebony, ...)   Sa 14 Nov 2015 - 16:28

Evelyn & Ebony

Immer noch hinten stehend beobachteten die Zwillinge das Geschehen auf der Bühne. Das von ihnen ausgelöste Chaos machte ihnen sichtlich Freude. Lautes Rufen von überall her. Hilflosigkeit, Misstrauen und Wut in den Augen der treuen Anhängern von Celeste. Obwohl noch unklar war, wie lange sie ihr noch folgen werden.

Zwischen dem allgemeinen Durcheinander hallte eine Warnung durch den Raum. Die Friedenswächter seien unterwegs. „Sollten wir nicht....”, flüsterte Ebony. „Nein.”, unterbrach ihre Schwester sie harsch. „Wir warten noch.” Eine Flut aus Adrenalin überrollte sie, ein blutrünstiges und grausames Lächeln schlich sich auf ihre Lippen.
"Denkst du heute wird noch mehr Blut fließen ?", auch das Gesicht der Tätowierten zierte ein unbarmherziges Grinsen. „Wir werden sehen.”

Länger als erwartet dauerte es bis Celeste ihr Schoßhündchen wieder zum Leben erweckte. Abgeneigt, aber zugleich fasziniert, warteten die Zwillinge auf den richtigen Moment, um zu handeln.  

Es war perfekt still, als Jasper keuchend erwachte. „Showtime”, flüsterte Ebony. Gleichzeitig traten die Zwillinge wieder zurück in die Masse. „Gesegnete.”, zischte Evelyn verachtend los.  „Verräterin.”, rief Ebony. „Sie ist eine Spionin.”, kam es von Evelyn. „Wegen ihr sind die Friedenswächter uns auf den Fersen.” „Tötet sie.” „Sie weiß zu viel.” Immer mehr riefen die Zwillinge, bis das Publikum um sie herum den Schock überwunden hatte und eine Welle aus Wut durch die Verfluchten spülte. Niemand bemerkte wie die Schwestern sie manipulierten. Sie nach ihrem Willen wie hirnlose Marionetten benutzten.
Es war vollbracht, die Menge zückte ihre Waffen, blitzende Klinge und nach Schießpulver stinkende Revolver. Ihr Ende war gekommen und mit ihm kam der Anfang vom Untergang dieser gottverdammten Weltordnung!

(MUHAHAHAHA >:D )
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