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 Blauhaarige Verräter und ihre diabolischen Machenschaften (Twins)

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Lillien
Norman Normal
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BeitragThema: Blauhaarige Verräter und ihre diabolischen Machenschaften (Twins)   Di 23 Aug 2016 - 1:11

Evelyn und Ebony


Heulender Wind fegte zwischen vielen fast verlassenen Lagerhallen in Aura hindurch. Hin und wieder hörte man ein leises Pfeifen, das Quietschen verrosteter Türbänder und das Geklapper von Fensterläden. Die einzigen Personen, die sich hier noch herumtrieben waren zwielichtige Gestalten, Obdachlose und einige Adelige, auch wenn nur selten, welche in dreckige Geschäfte verwickelt waren und sich ihre Hände im Blut Unschuldiger wuschen.

Die Sonne ging langsam hinter einem verlassenen Lagerhaus im Süden von Aura unter. Die Zwillinge Evelyn und Ebony schlichen sich langsam näher, immer darauf bedacht im Schatten der leeren Lagerhallen zu bleiben. Drückende Anspannung hing in der Luft während sie nach eventuellen Verfolgern Ausschau hielten. Das hier war der Deal des Jahres. Wenn sie den abschließen konnten, würde das die Rebellen weit voran bringen, besonders da sie vor knapp zwei Wochen das Ruder übernommen haben. Es war auch viel zu leicht diese arrogante Gesegnete zu verdrängen und selbst die Macht zu ergreifen. Und die Panik, die von den kleinen Aufständen ihrer Gruppe an belebten Plätzen Auras geweckt wurde, war das schönste Gefühl der Welt für die beiden Blauhaarigen.


Leise klopfte Evelyn das vorher vereinbarte Klopfzeichen an die Tür, sodass die Wellblechwand leicht zu vibrieren begann. Von dem Geräusch beunruhigt schaute sich Ebony noch einmal um, bevor sie ihrer Schwester mit gezückter Waffe in den pechschwarzen Raum hinein folgte. Beinahe sofort umfing die beiden undurchdringliche Dunkelheit und zeitgleich rückten die Zwillinge zusammen. Sie hassten es beide, wenn sie ihre Umgebung nicht einschätzen konnten, da theoretisch die gesamte Lagerhalle mit Kämpfern voll stehen könnte und sie ahnten nicht das geringste von der Gefahr. Angespannt versuchten sie beide die alles verschlingende Dunkelheit mit ihren nervösen Blicken zu durchbrechen, und gerade als sich endlich wage Konturen abzuzeichnen begannen, flammte eine Lampe vor ihnen auf und blendete die Geschwister gleichermaßen. Erst nach mehrmaligen Blinzeln sahen sie endlich die erleuchtete Halle. Entgegen dem äußerlichen Anschein war die Halle nicht leer sondern randvoll gefüllt mit der besprochenen Ware. Unglücklicherweise waren auch mehrere Bodyguards anwesend, aber diese schienen eher entspannt und nicht unbedingt  angriffslustig. Aber das vermutlich auch nur, wenn die Twins ihren Boss in Ruhe ließen. Und diese hatten nicht wirklich vor diesen Deal zu gefährden, denn wann wendet sich schon mal jemand aus dem Hochadel an einfache Schwarzhändler um gewisse Ware zu verkaufen? Deshalb wäre beinahe ein Krieg zwischen verschiedenen Gestalten des Schwarzmarktes ausgebrochen, aber nur beinahe. Doch ganz unblutig ist es dann doch nicht abgelaufen, aber so ist halt das Business.


Ein einvernehmliches, geheimniskrämerisches Schweigen, welches bei ihren Geschäften nicht untypisch war, erfüllte die Halle. Erst nach unendlich langen Sekunden durchbrach Ebony die Stille. „Die Ware?“, ihr Tonfall glich dem eines Kindes, welches eine simple und unschuldige Frage stellte, nichts in ihrer Stimme wies auf Unsicherheit oder der Ernsthaftigkeit der Lage hin. Auf Unsicherheit folgten Verluste in dieser Branche. Der Hochadelige musterte die beiden Schwestern lange und ausgiebig, bevor er arrogant mit der Hand winkte. Hinter ihm trat ein bulliger Mann mit einer Kiste im Arm hervor. Er trug kein Oberteil und sein muskulöser Oberkörper war mit dichtem dunklem Haar bedeckt, sein Schopf wurde von dunklen hörnerähnlichen Ausbildungen durchbrochen. Schon auf den ersten Blick konnte man erkennen, dass dieser Mann besonders war und an dem metallenen Ring über einem Brandzeichen ließ sich sein Schicksal als Verfluchter erkennen.
Der Anblick allein erfüllte die Schwestern mit heißer Wut. Sie konnten sich gar nicht vorstellen, was dieses Geschöpf alles erleiden musste, dass es so gefügig seinem Herrn folgte.
Nach einem erneuten Wink des Adeligen öffnete der Stier die Truhe in seinen bulligen Armen und eröffnete den Zwillingen einen Blick auf ein schimmerndes Mineral.

Auch wenn sich die beiden ziemlich sicher waren, dass sich vor ihnen die besprochene Ware befand, gab es immer noch den Grundzweifel an der Ehrlichkeit des Anderen.  „Woher wissen wir, dass es sich um Iridium handelt?“, fragte Evelyn gerade heraus, denn dieses Mineral gehörte es zu den seltensten ihrer Welt mit einer unglaublichen Wirkung auf Verfluchte und Gesegnete gleichermaßen.
Auf ihre vorlaute Frage hin lachte der Hochadlige nur ein schmutziges Lachen. „Da ist aber jemand mutig für seinen Stand.“, die Geschwister waren sich nicht sicher, ob er wusste, dass er ihre Wut mit seinen abfälligen Kommentaren nur noch steigerte. Doch sie hielten ruhig und lächelnden unschuldig. „Wir wissen schon was sich gehört und ein bisschen Misstrauen bei solchen Geschäften schadet nie.“, antwortete Ebony leicht pikiert, woraufhin der Adelige nur weiter seine Grimassen zog. Evelyns Mundwinkel zuckten und beinahe zeigte sich die Abneigung in ihrem Gesicht.

Erst nach einigen Minuten des Schweigens und Starrens winkte der Großkotz kurz mit der Hand, woraufhin der Stiermann leise seufzend den Kasten vor sich abstellte, nur um einmal kurz hinein zu greifen und ein wenig des Iridiums auf seinem behaarten Unterarm zu reiben. Beinahe sofort setzte die Wirkung ein und die Twins konnten beobachten wie unter leisem Gestöhne des Verfluchten sein Arm eine normale Farbe annahm, als das dicke schwarze Fell zu Boden rieselte.

Zufrieden gackerte der Hochadlige los als er die erstaunten Gesichter der beiden bemerkte. „Und? Habe ich euch überzeugt?“ Nach einem langen Blickwechsel nickten Evelyn und Ebony einvernehmlich. „Natürlich, Sir. Wir mussten nur sichergehen, dass die Ware unsere qualitativen Standards erfüllt.“, erklärte Ebony. „Nun können wir über das Geschäftliche reden.“


„Eindringlinge“, ein gellender Schrei hallte durch das Lagerhaus und plötzlich brach die Hölle los. Mehrere verhüllte Gestalten stürmten schreiend durch das offen klaffende Eingangstor der Halle hinein. Zielstrebig griffen einige direkt die Wachen des adeligen Großkotzes an, andere gingen sofort auf die Zwillinge los. Beinahe sofort wechselten die Beiden in Verteidigungsmodus, wobei sie sich Rücken an Rücken mit gezückten Waffen stellten. Nach wenigen Momenten sahen sie sich umzingelt. Ohne zu warten griffen ihre Gegner sie gleichzeitig an. Mit Müh und Not hielten sie die Angreifer davon ab sie in der Mitte zu spalten. Auch um die Geschwister herum ertönte Kampflärm, wo sich die Wachen des Idioten mit den Eindringlingen duellierten. Dessen Stimme war auch immer mal wieder kurz zu hören wie sie Befehle von sich gab.

Die Twins kämpften als eingespieltes Team und schafften es hintereinander ihre Widersacher auszuschalten, wobei sich Evelyn einen Schnitt am Bein zuzog. Die Körper ihrer Gegner  lagen am Boden, aber keine der Beiden machte Anstalten zu überprüfen ob sie tot oder nur bewusstlos waren. Das war ihnen doch egal, solange sie sie nicht mehr belästigen. Aber vielleicht sollte man sichergehen, indem man einmal in den Brustkorb sticht? Vorsicht ist besser als Nachsicht, weshalb beide ihre Speere in den Brustkörpern versenkten. Erst danach schauten sie sich wieder um.

Um sie herum lagen mehrere Leichen und verstümmelte Körper. Sowohl einige Wachen als auch die meisten der Eindringlinge. Die restlichen flohen in dem Moment aus der Tür hinaus. „Verfolgt sie und tötet alle.“, befahl der Adelige seinen restlichen Männern. „Diese beiden auch.“, er deutete unwirsch auf die Zwillinge bevor sich seine Wachen davonmachen konnten. Diese wechselten einen genervten Blick. So sollten Verhandlungen eigentlich nicht enden. Kampfbereit stellte Evelyn sich hin. „Nicht hier“, raunte ihre Schwester ihr zu. „Zu viele. Wir trennen sie.“ Und in vollkommenen Einverständnis drehten sich die beiden weg und liefen zum Ausgang. „Wir werden uns wiedersehen“, rief Evelyn noch mit einem drohenden Unterton zurück, bevor sie ihrer Schwester hinaus in den langsam anbrechenden Morgen folgte.

Auch wenn die Zwillinge so schnell rannten wie sie konnten, kamen ihre Verfolger immer näher, da Evelyn mit dem Schnitt an ihrem Bein, beziehungsweise dessen Heilvorgang zu kämpfen hatte. „Abhängen können wir sie nicht...“, brachte Ebony hervor, während sie verscuhte einen Blick auf das Bein ihrer Schwester zu werfen, auch wenn das während dem Laufen schwer möglich war.. „Also kämpfen wir.“, stieß Evelyn hervor und blieb auf der Stelle stehen, womit sie einen herannahenden Verfolger verwirrte und dieser ungebremst an ihr vorbei laufen wollte, doch sie ihm ein Messer durch die Seite zog. „Einer down.“, ihr Gesicht verzog sich zu einem grausamen Grinsen, während sie sich den anderen Verfolgern zuwandte. Ebony trat an ihre Seite, die Spitze ihrer Waffe schimmerte rot vom Blut des Mannes zu Füßen der beiden. Ein stetig größer werdende Blutfleck breitete sich auf seiner Brust ihres ersten Opfers aus. „Wer will noch?“, knurrte Evelyn. Zwei weitere Kämpfer kamen auf die beiden zu und trennten die Zwillinge voneinander.

Aggressiv bearbeitete Evelyn ihren Opponenten mit einer Attacke nach der anderen, während Ebony um ihren Gegner herumtänzelte und gelegentlich nach ihm stach. Beide versuchten den Kampf der jeweils anderen zu beobachten, um im Notfall eingreifen zu können. Doch dabei blieben sie ihren Taktiken weiter treu. Alles lief ganz gut für die beiden, bis Ebony der Fehler unterlief bei einem Ausweichmanöver zu nah an Evelyns Angreifer zu springen. Dieser drehte sich auf Zuruf seines Partners mit einer geschmeidigen Bewegung um und stach Ebony in die Seite. Sie stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus und im selben Moment erdolchte Evelyn ihn mit ihrem Speer, bevor sie ihrer Schwester einen besorgten Blick zu warf.

Beinahe gleichzeitig fielen beide zu Boden. Evelyn stieß einen geschockten Schrei aus und kniete sich neben ihre Schwester. Noch blasser als normal kämpfte Ebony darum ihre Augen offen zu halten. „Passs… auf...“, brachte sie hervor. Im letzten Moment konnte Evelyn die Klinge des zweiten Angreifers abblocken. Dieser konnte sich nicht schnell genug auf ihren Kampfstil anpassen, weshalb er von ihren brutalen Angriffen überrascht wurde und schon bald zu Boden ging. Ohne einen weiteren Gedanken stach sie auch diesem Mann ins Herz bevor sie sich neben ihre Schwester kniete. „Ebony, komm schon. Wir verschwinden besser, bevor noch mehr kommen.“ Doch diese lag noch immer auf den Boden, nur ihre Augenlider flatterten. Schwer murmelte sie einige Worte: „Warte kurz… Müsste gleich besser sein...“ Besorgt musterte Evelyn die Wunde im Bauch ihres Zwillings. Kein Zischen setzte ein, kein Zeichen deutete darauf hin, dass ihr Fluch einsetzte.

Behutsam legte sie den Kopf ihres Zwillings auf ihren Schoß. "Bleib wach, wir können hier nicht bleiben..." Sanft hielt sie Ebonys Gesicht zwischen ihren Händen und bemerkte beunruhigt wie einige Tropfen Blut ihre Kinn hinunter lief und auf ihre Schwester tropfte. Die Wunde auf ihrer Wange brannte leicht, aber nicht zu vergleichen mit mit dem stechenden Schmerz, der normalerweise einsetzte. Auch zeigte sich keine Spur einer Heilung an ihrem Arm. Alarmiert suchte Evelyn nach der Waffe ihres Gegners. Vorsichtig zog sie das blutbefleckte Schwert näher, versuchte jede Berührung mit der rotglänzenden Klinge zu vermeiden. Nahe am Schaft schimmerte das Metall seltsam reflektierend hindurch. Mit Schrecken erkannte Evelyn das außergewöhnliche Material. Das Metall war mit Iridium zersetzt.

Panisch versuchte Evelyn ihre Schwester aufzurichten. „Wir müssen hier weg. Wir müssen zurück, deine Wunde verbinden.“, Schrecken ließ ihre Stimme zittern, während sie den schlaffen Arm ihres Zwillings um ihren Hals legte. Mit einiger Anstrengung schaffte sie es so mehrere Schritte in den Schatten eines Gebäudes zu gehen. Sie hörte wie der Atem ihrer Schwester immer schwerer wurde, ein Kloß erschwerte ihr das Schlucken und gerade so konnte sie sich und Ebony zu einer Wand zerren. Ihre Beine gaben nach und beide sanken zu Boden. Tränen liefen Evelyns Wange hinab, schluchzend versuchte sie sich aufzurichten, immer wieder und wieder schleppte sie sich und ihren Zwilling einige Schritte bis sie entgültig keine Kraft mehr hatte.

"Ebony .... Ebony... Nein ,nein...." Das anfangs sanfte Rütteln wurde von  Sekunde zu Sekunde drängender. "NEIN, du darfst nicht gehen!" Ein Schluchzen stieg in ihrem zitternden Körper auf, als Evelyn erneut Ebonys Kopf in ihren Schoß bettete. Bewegungslos lag der Körper auf dem Boden, die Haut ungesund blass und erst jetzt bemerkte sie das blutdurchtränkte Oberteil. Evelyn hörte auf sie zu schütteln. Es war hoffnungslos. Auch wenn sie es nicht wahr haben wollte, ihre Schwester war tot.
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