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 Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)

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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   So 12 Apr 2015 - 22:09

Fiddler

Weil er sich selbst nicht zu einer Antwort gerührt hatte, entschloss er sich dazu, seinen Nutzen unter Beweis zu stellen, in dem er Meyas Informationen nacheinander eifrig abnickte. Falls man ihr nicht glaubte – und die Geschichte schien tatsächlich reichlich abgedreht, wenn man sie so dahin gesagt anhörte, wäre Fiddler selbstverständlich zur Stelle, um das Ganze zu bestätigen. Wie vertrauenswürdig er mit blutigem Gesicht und trotzdem breiten Grinsen wirkte, war dann nicht mehr ein Problem, das ihn aktiv störte.
Aber Nima schien zumindest ein Teil davon zu stören. Jedenfalls stand sie ihm plötzlich gegenüber und er zuckte unter der Berührung ihrer angenehm kalten Hände kaum merklich zusammen. Sein Lächeln minderte das ganz und gar nicht. So kannte er sie. Seine Nima. Vor nur kurzer Zeit noch hatte sie ihn für den Tag gesättigt. Eine warme Mahlzeit, wie er sie seit Wochen nicht bekommen hatte und jetzt spielte sie die Krankenschwester für ihn.
„Brennen?“ Wiederholte er dann aber doch, die Augenbrauen skeptisch zusammengezogen, bevor er die Augen komplett schloss und die Luft scharf zwischen den Zähnen einsog. Zugegeben, so sehr tat es überhaupt nicht weh, aber Fiddler bevorzugte ein schmerzfreies Dasein. Von kalten Nächten ohne Unterkunft, Magenknurren und schmerzenden Füßen ohne schützendes Schuhwerk mal abgesehen. Irgendwo hatte jeder seine Grenzen.
Speckles beobachtete hingegen mit präziser Genauigkeit, was Nima da tat, war gewillt, auch ihr an den Kragen zu gehen, sollte sie Fiddler ernsthaft wehtun. Aber immerhin vertraute er ihr. Und wusste um die Empfindsamkeit des Musikers bescheid.
Um sich also von dem ziehenden Brennen abzulenken – es fiel ihm ohnehin schon schwer genug, überhaupt still zu sitzen – wanderte sein Blick über Nimas Körper und blieb an der leichten Verletzung ihres Oberarmes stehen. „Geht es dir gut?“ fragte er. „Vielleicht sollte da auch ein Pflaster drauf“ Er konnte kaum sprechen, ohne dabei auch die entsprechenden, weit ausholenden Gesten zu machen und stellte damit wohl keinen einfachen Patienten da. Aber Nima war ja auch keine professionelle Krankenschwester. Und seine Verletzung letztendlich halb so wild. Ohne Vernähung der Wunde würde sich vielleicht eine sichtbare Narbe bilden, aber von denen hatte er dank Speckles ohnehin genug.
„Danke“ meinte er schließlich lächelnd, als sie ihre Arbeit beendet hatte und kam nicht darum herum, ihr einfach impulsiv durch die langen Haare zu wuscheln, in Ermangelung einer Umarmung. Die würde sicher später folgen. Wenn sie Zeit hatten und in Sicherheit waren.
Apropos Zeit, blickte er nun über Nimas Schulter und war unpassend positiv überrascht, Whisper sehen und hören zu können. Positiv, weil er geglaubt hatte, den Jungen im wahrsten Sinne des Wortes nicht wiederzusehen – dabei hatte er ihn doch gerade erst kennengelernt. Unpassend, weil der am Boden liegende Blutende nicht gerade nach einer fröhlichen Umarmung schrie. Was Fiddler übrig blieb, war ein Lächeln. „Hey Whisper“ Er hob die Hand halb zu einem Winken. Kurz glaubte er, womöglich der Einzige gewesen zu sein, der den Unsichtbaren hatte sehen können, aber schon bald eilte man ihm zur Hilfe und Fiddler musste sich keine Sorgen mehr machen. Er fühlte sich etwas hilflos, für Niemanden etwas tun zu können und sammelte zum ersten Mal seit dem ganzen Geschehen seine Geige vom Boden ein. Speckles hatte sich unterdessen noch immer auf seinem Kopf niedergelassen und war fest entschlossen, daran auch für eine lange Zeit nichts zu ändern. Erleichtert stellte Fiddler fest, dass der Geige nichts passiert war und verstaute sie sorgsam zurück im entsprechenden Geigenkoffer, den er sich daraufhin über die Schulter warf.
Glücklich und sich jetzt endlich wieder ganz fühlend, trat er zurück zwischen die Anderen, wo man scheinbar überlegte, was als Nächstes mit Whisper zu tun sei. Oder viel eher, was generell als nächstes zu tun sei. Wer die Fremden waren, wusste man immer noch nicht. Was der die Terroristen gewollt hatten, auch nicht. Sollten sie einfach gehen, so tun als sei nichts gewesen und den Alltag neu erfinden?
Zweifelnd sah Fiddler sich um. Das Café war ein einziges Chaos. „Ich schätze, du wirst Hilfe beim Aufräumen brauchen“ sprach er seinen ersten Gedanken an Nima gerichtet aus. Obwohl er mittlerweile wusste, dass sie ihn vielleicht sowieso schon längst hatte hören können.
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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   So 12 Apr 2015 - 23:36

Bronze

Viel Sinn machte die Erklärung der Grünhaarigen ja nicht. Trotzdem war es so, als fügte sich ein Puzzle zusammen, dessen Teile in ihrer Form zwar zusammenpassten, das Bild, das sie am Ende abbilden sollten, jedoch absolut keinen Sinn machte. Etwas stimmte nicht, aber das hatte es schon den ganzen Tag nicht. Er dankte dem Mädchen bedächtig lächelnd, während sich seine Stirn in leichte, nachdenkliche Falten gelegt hatte.
Terroristen, so viel war klar. Hätte er es nicht besser gewusst, hätte er sie vielleicht sogar für Piraten gehalten. Aber weder die Gesichter, noch der Kleidungsstil oder die radikale Vorgehensweise waren ihm in irgendeiner Weise bekannt vorgekommen. Vielleicht eine neue Truppe. Aber selbst das waren Neuigkeiten, die sich in der Szene rasant herumsprachen. Neuigkeiten, von denen Bronze im Normalfall längst gewusst hätte. Er kam also selbst auf keine zufriedenstellende Antwort.
„Und seine Absichten hat er nicht erwähnt?“ hakte er weiter nach. Manchmal gingen Informationen einfach unter. Es war davon auszugehen, dass die meisten Anwesenden zumindest unter einem kleinen Schock standen und nicht unbedingt klar und strukturiert denken konnten. Solange es noch Informationen gab, die man ihm noch nicht mitgeteilt hatte, waren sie von Nutzen.
Terroristen wie diese handelten mitunter radikal und brauchten nicht unbedingt ein Motiv, um ausgerechnet in dieses kleine Café einmarschiert zu sein. Aber die Blutproben, von denen das Mädchen sprach, warfen ein anderes Licht auf diese Vermutung. Warum gerade sie?
„Glaubt ihr, er hat speziell nach euch gesucht?“
Der Weißhaarige, den Bronze für einen Geistlichen hielt, sprach schließlich die Schlüsselfrage aus. „Ich weiß es nicht“ war die ehrliche und trockene Antwort des Piraten. „Eine Explosion, ein Anschlag, der vermutlich in Zusammenhang mit all dem hier steht“ Er sah sich kurz um, der Blick blieb eine Sekunde zu lang am Fenster hängen, wo es noch immer rauchte und qualmte. Alle Leben konnte er nicht retten. Er war kein Friedenswächter. Er war nicht hier, um ihren Job zu übernehmen. „Principia ist kein sicherer Ort mehr“ war seine Zusammenfassung, als er sich langsam wieder zu den Anderen drehte. „Für Niemanden“
Principia. Der sicherste Ort von Allen. Wenn man nicht verflucht war. Jetzt nicht mehr. Es wehte ein anderer Wind und er brachte Feuer und Asche mit sich.
Ihm war bewusst, dass er noch immer nicht klar gestellt hatte, was er und Narian überhaupt hier zu suchen hatten. Nicht, dass er alles vor ihnen ausgebreitet hätte. Aber zumindest den Ansatz einer Erklärung war er ihnen schuldig. Das Ganze blieb jedoch aus, als sich plötzlich eine Stimme meldete. Die Erleichterung, keine ernsthaft Verletzten vorgefunden zu haben, verflüchtigte sich sofort, als er den am Boden liegenden jungen Mann sah.
Unzufrieden die Lippen zusammenpressend kniete er sich neben den Rothaarigen. „Du tauchst ein bisschen spät auf, meinst du nicht?“ schalte er ihn verbissen. Der Geistliche schien sich bereits zu kümmern und Bronze überließ ihm die Aufgabe, weil wohl Niemand der Anwesenden mehr von medizinischer Versorgung verstand, als es im alltäglichen Leben nötig war. Bronze eingeschlossen.
Die Vorschläge, gerade deshalb nach Jemandem zu suchen, der das Ganze beherrschte, waren deshalb nicht weit hergeholt und, nachdem Bronze die Verletzung nicht besonders sanft gemustert hatte, musste er zustimmen. „Hör zu, du brauchst jetzt nicht den Helden zu spielen. Das sieht verdammt schlecht aus und heute stirbt mir niemand unter den Händen weg…“ Ein knapper Blick auf die bereits Verstorbenen. „…naja, Niemand, der’s nicht verdient hat. Ist das klar?“
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Do 16 Apr 2015 - 21:46

Whisper
 

Wenn er gekonnt hätte, wäre Whisper sicher schon früher sichtbar geworden, nur ging das eben nicht wenn er ohnmächtig war. Im Moment hatte er auch nicht den Nerv die Einzelheiten seines Segens zu erklären und das die Seelen diesen Nebeneffekt offenbar spaßig fanden. Momentan war er schon froh wenn er nicht völligen Blödsinn redete. Das Winken von Fiddler hätte den Rotschopf sicher aufgemuntert und er hätte das Lächeln auch erwidert – wenn er denn etwas davon mitgekommen hätte. Seine Umgebung erschien ihm alles andere als klar, das meiste was sich etwas weiter weg von ihm befand konnte er kaum erkennen, versuchte es auch nicht – das machte es nur schlimmer. Und er wollte nicht noch einmal bewusstlos werden, besonders nicht wenn die Möglichkeit bestand das er einfach wieder unsichtbar wurde. Und wenn er während dieser Schießerei bewusstlos aber sichtbar gewesen wäre, würde er jetzt wohl nicht mehr leben. Also war es nicht zu schlecht, selbst wenn ihn sein Segen schon öfters in solche Situationen gebracht hatte… nur bisher war er dabei allenfalls mit einem Messer leicht erwischt worden, hatte immer dem schlimmsten ausweichen können. Die meisten Leute schossen auch nicht einfach ins Leere. Den Helden spielen… das hatte er nun wirklich nicht vorgehabt. Alles was Whisper im Sinn gehabt hatte war seinen Freunden zu helfen, von denen anscheinend keiner schlimm verletzt worden war. Womit sein Plan irgendwie doch aufgegangen war, wenn auch auf seine Kosten. „Nein, weißt du, ich habe Spaß daran jung zu sterben nur damit heute noch jemand einen schlechten Tag hat…“ entgegnete er nur murmelnd auf die Feststellung des… wer war das überhaupt? „Aber wenn auch noch einer das Loch in meiner Schulter anfasst werde ich nachtragend“ Er zeigte zwar nicht, dass er ziemliche Schmerzen hatte, doch sein Blick war wieder verschleiert und er schien kurz davor abzudriften, hielt sich mit weiter reden wach. „Ich mag Krankenhäuser nicht… die schicken mich nur zurück nach Hause… Vater bringt mich um wenn ich es wage auf der Straße zu sterben…“ Gut, jetzt klang er schon zusammenhangsloser, weniger klar, machte sich die Verletzung mehr bemerkbar. Aber wäre es überhaupt eine gute Idee in ein Krankenhaus zu gehen, nach der Explosion und allem was geschehen war? Nun, von Whisper war keine Entscheidung zu erwarten, er konnte seine Gedanken kaum beisammen halten, geschweige denn irgendwohin laufen oder sich dagegen wehren wenn die ihn irgendwohin brachten wo er eigentlich nicht hinwollte. Und falls sie entscheiden würden ihn doch einfach hier liegen zu lassen könnte er auch nichts dran ändern.
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   So 3 Mai 2015 - 21:28

Sahra

Sie stand am Fuße eines alten Gebäudes, war außer Atem.
Was sie tat?
Sie rannte davon, von ihrem eigentlichen Zuhause.
Nachdem ihre Eltern am vorherigen Abend einen fremden Mann mitbrachten, der ihr am Ballabend einen Antrag machte, konnte sie es nicht so recht glauben.
Sie konnte, doch nicht einen Fremden heiraten, nur weil es der Familie einen noch besseren Status geben würde.

Was war das nur für eine Welt, in der Geld eine größere Rolle spielte, als Gefühle.
Ihr weises Kleid, welches sie trug und ihre weißen Absatzschuhe deren Absatz ziemlich kurz waren, waren etwas dreckig geworden, doch, dass machte ihr nichts.

Einmal atmete sie noch leise aus, als sie das Gebäude dann betratt und kaum hatte sie die Türe aufgedrückt, so kamen ihr die lieben Waißenkinder entgegen.
Sie liebte diese kleinen Kinder sehr, so, als wären es ihre Eigenen.

"Tante Sahra!", rief das kleinste der Kinder fröhlich und sah sie mit großen Augen an.
"Hallo meine Lieben.", sagte sie mit ihrer so klaren und weichen Stimme.
"Tante Sahra?", fragte ein anderes Kind und sie antwortete:"Ja mein Liebes?", sie lächelte.
"Ich soll dir von der lieben frau Oberin sagen, dass es Stefanie besser geht.", lachte der kleine Junge erfreut und nahm Sahra an die Hand.
"Das hört sich doch gut an!", sagte sie fröhlich und hielt die Hand des Kindes fest, folgte ihm.

Oben angekommen, trat Sahra in das Zimmer, in dem die kranke Stefanie lag, die sich sogleich freute, als Sahra den Raum betratt.
"Sahra!", rief sie erfreut und Sahra ging das Herz auf, als sie sah, wie viel gesünder sie aussah.
Etwa eine halbe Stunde saß sie mit den Kindern in dem Raum bis es schließlich hieß, Mittagsschlaf zu machen.

Alle Kinder setzten sich um Sahra herum, für eine Geschichte, vor dem Schlafen gehen.

"Also meine Lieben, diese Geschichte hier ... ist wahr.
Es war ein mal ein böser böser Mann, der wollte für alle Menschen nur das Schlechte.
Dies tat er für mehrere Jahre, bis ein Mann auftauchte, der ihn für seine Sünden bestrafte.
Dieser bestimmte Mann, bestrafte den Bösen.
Aber nach seiner Heldentat, waren die Seelen böse auf ihn und er wurde Verflucht.
Man sagt sich, dass dieser bestimmte Mann, noch immer lebt und in der dunklen Nacht, weiter seine Heldentaten vollbringt. Dies tut er mit Gesang, da es heißt, dass seine Stimme gift für böse Menschen ward.
Aber er kam mit seinem Fluch nicht klar, bis er eine Frau traf, die ihn so liebte wie er war.
Diese Frau, dass wusste er nicht, war Gesegnet und als sie schließlich heirateten, befreite ihn diese Hochzeit von dem Fluch und die Beiden leben bis heute fröhlich und gesund zusammen."


Sahra stand auf und gab jedem Kind, da sie eingeschlafen waren, einen Kuss und als sie schließlich gehen wollte-für immer, sagte plötzlich die kleine Stefanie:
"kommst du heute Abend noch einmal Tante Sahra?"
Sahra musste schlucken:"Es ... tut mir leid Stefanie ... ich werde leider nciht kommen können."
"Und wann kommst du dann wieder?", fragte sie kindlich und süß.

"Stefanie ... ich werde nicht wieder kommen können ... nie wieder", sagte sie mit trauriger Stimme, da sie wusste, dass sie die Kleinen im Stich lassen musste um nicht in dem Wahn ihrer Eltern zu leben.
Stefanie wollte gerade damit beginnen, bitterlich zu weinen, doch Sahra drückte ihr ihren Zeigefinger sanft an den Mund:
"nana meine süße Stefanie ... auch wen ich nichtmehr bei euch sein kann", sagte sie und machte die Kette mit dem Edelstein ab:"nimm das und ich werde immer bei euch sein.", sagte sie sanft und macht dem kleinen Mädchen die Kette um.
Kurz umarmte sie das kleine Mädchen noch, als wäre es ihr eigen Fleisch und Blut.
"Ich hab`dich lieb Sahra.", sagte sie leise und ging dann, mit Tränen in den Augen, in ihr Bett.
Sahra folgte ihr noch, deckte sie zu, wischte ihr die Tränen aus den Augen und gab auch ihr einen Kuss, als sie schließlich verschwand.

Aus dem haus gekommen lief sie noch eine Weile umher, ohne Ziel, als sie plötzlich eine Explosion hörte.
Ach du meine Güte!, dachte sie sich und lief den Leuten entgegen, die warscheinlich davor flohen.

Als sie in die Straße einbog, sah sie das von der Explosion zerstörte Cafe.
Schnell rannte sie dort hin, vorbei an einem großen Mann und sah sich sofort die Menschen am Boden an.
"Oh mein Gott!", sagte sie fassunglos und sah plötzlich einen rothaarigen jungen der von einem, warscheinlich Geistlichem, versorgt wurde.
Sie kniete sich zu dem rothaarigen hinab und sah den anderen Mann an.
"Sind hier noch mehr verletzte? ich bin Arzt!", sagte sie aufgeregt zum diesem und sah sich hektisch um.



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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Mo 4 Mai 2015 - 19:51

Bronze

Unzufrieden verlagerte Bronze sein Gewicht vom einen Bein auf das Andere, um die hockende Position so angenehm wie möglich zu gestalten, was letztendlich immer ein unmögliches Unterfangen blieb. „Deinen Sarkasmus kannst du dir sparen“ Sein strenger Blick sprach von der selben finalen Autorität wie seine Stimme. „Dafür ist jetzt keine Zeit“ In den kühnsten Träumen konnte der Pirat sich nicht ausmalen, wieso Jemand auf die Mittel des zynischen Humors und Sarkasmus zurückgreifen würde, wenn sich die Situation an sich dadurch alleine nicht verbessern würde. Was hier fehlte war die nötige Versorgung und ein Arzt. Aber ganz sicher keine dummen Sprüche.
Im Kopf überflog Bronze ein nur mehr weiteres Mal die Gesamtsituation und leckte sich angestrengt nachdenkend über die Lippen. Er konnte Whisper tragen. Narian auch. Ein knapper Blick in Richtung der beiden weißhaarigen Männer und er war sich sicher, dass sie sich ebenso als stark genug bewiesen hätten. Weiter kam er nicht mehr. Mit einem Sprung war er wieder voll da und kampfbereit, als sich eine weitere Person dazugesellte. Er stieß einen entnervten Laut aus und wandte sich kurz mit leicht erhobenen Augenbrauen zu Narian, als trage dieser in irgendeiner Weise Schuld daran. Wo kamen diese Menschen überhaupt alle her?
Immerhin schien das Mädchen sich als nützlich zu beweisen. So behauptete sie zumindest. Und was für eine Wahl hatte Bronze schon, als ihr zu glauben? Welchen Nutzen hätte sie daraus gezogen, sich als Arzt auszugeben? Sie schien immerhin besser Bescheid zu wissen, als der Rest von ihnen und das war schon viel wert.
Um ihr also den nötigen Freiraum zu geben, erhob er sich wieder, trat einen respektvollen Schritt von Whisper zurück und ließ seinen Blick über alle Anwesenden im Raum streifen. Um Whisper wurde sich ab jetzt gekümmert. Der Rest käme auch so klar. Wenn sie sich jetzt wieder verzogen, blieb vielleicht genug Zeit, um der Explosion auf dem Marktplatz weiterführend auf den Grund zu gehen und gleichzeitig die eigentliche Mission noch rechtzeitig zu schaffen. Gerade wollte er Narian das dazu passende Signal geben, dadurch vermeiden, ein großes Spektakel aus seinem Verschwinden zu machen – man sollte sich nicht groß an die beiden Piraten erinnern, dessen Gesicht man nur aus Berichten der Friedenswächter kannte. Und so hätte es eigentlich auch bleiben sollen.
Wenn man allerdings von eben diesem Teufel sprach, waren sie meist nicht mehr weit entfernt. Wieso sie sich zuvor so erfolgreich von dem Brennpunkt des offensichtlichen Anschlages ferngehalten hatten, sollte für Bronze vorerst weiterhin ein Rätsel bleiben. Jetzt waren sie allerdings da. Auf einen Schlag und sofort in der gewohnten Masse. Braungrau die an sich unauffälligen Uniformen. Trotzdem das Markenzeichen der Soldaten – etwas Anderes waren sie in Bronzes Augen nicht. Ein Duzend an der Zahl und der Pirat fragte sich automatisch, weshalb man eine so große Anzahl in das kleine Café geschickt hatte, wo sie doch an anderer Stelle mit großer Wahrscheinlichkeit dringender gebraucht wurden.
Ihre erhobenen Gewehrläufe richteten sich in erster Linie auf die beiden Piraten, die man sofort identifiziert und demnach als gefährlich – eventuell sogar als Ursprung des ganzen Tumultes – eingestuft hatte. Das war auch Bronze in dem Moment Bewusst, in dem er kollegial mitspielte und die Arme hob, sich dadurch aber längst nicht geschlagen gab. Eine falsche Bewegung…sollte er auch nur mit der Wimper in Richtung seines Schwertes zucken, und er wäre ein toter Mann.
Verbissen ließ sich keine Emotion in seinem ebenmäßigen Gesicht blicken.
„Keine Bewegung! Piraten!“ hatten die Friedenswächter längst geschrien, als sie das Café betreten hatten. Sie erkannten die restlichen Anwesenden als Zivilisten und richteten ihre Blicke daher alleine auf die beiden Piraten. Die Spannung stand spürbar im Raum, lastete auf den Schultern des Kapitäns und der Soldaten. Die Sache war eindeutig. Zwei gesuchte Piraten mit teilweise gezückten Waffen zwischen all den reglosen Körpern und den verletzten Zivilisten. Ein Anschlag auf der anderen Seite des Marktplatzes. Was liege da näher, als die so simple Schlussfolgerung, die Piraten stünden im direkten Zusammenhang mit eben diesen Ereignissen. Sie hätten nicht herkommen sollen. Selbst das realisierte Bronze in diesem Augenblick. Dennoch konnte er sich nicht dazu bringen, die Entscheidung zu bereuen. Aber noch war nichts verloren.
Blitzschnell und bevor die Friedenswächter überhaupt angemessen reagieren konnten, griff er blind nach dem Geistlichen, der ihm gerade zufällig am nächsten gewesen war, wickelte einen Arm um dessen Hals, um ihn als menschliches Schutzschild für die Waffen der Soldaten zu benutzen, die daraufhin wie erwartete zögerten. Stumm konnte Bronze nur hoffen, dass Narian sich ihm flink genug mit dem selben Plan angeschlossen hatte.
Zusätzlich musste selbstverständlich auch seine provisorische Geisel mitspielen. „Erschießt ihr mich, erschießt ihr auch den Priester“ kündigte er an und hoffte, dass der vermeintliche Stand des Weißhaarigen zum Gewicht seiner Drohung beitragen würde. Umständlich fischte er eine handliche Schusswaffe aus der Innentasche seiner Jacke und presste dessen kalten Lauf an die Schläfe seiner Geisel, löste sie nur kurz, um damit auch auf den Rest der jungen Menschen um ihn herum zu deuten und behielt sie dann wieder an ihrem Platz. „Gleiches gilt für den Rest meiner Geiseln“
Das wiederum warf die Friedenswächter vollkommen aus der Bahn. Jetzt standen sie hier. Zwei der meist gesuchtesten Menschen Secratias direkt vor ihnen, unter dem Lauf ihrer Gewehre. Sie zu erschießen würde der Tod mindestens zweier Zivilisten bedeuten.
„Wir werden uns jetzt ganz langsam aus dem Hinterausgang bewegen“ Erklärte er weiterführend, solange er den Moment der Überraschung und Verwirrung noch immer auf seiner Seite hatte. „Und Niemandem wird etwas passieren. Ich lasse die Geiseln gehen, sobald ich mir sicher sein kann, dass meine Crew und ich außer Gefahr sind. Dafür gebe ich euch mein Wort“ Er nickte langsam. „Den Verletzten und die Ärztin lasse ich euch hier. Ich töte keine unschuldigen Zivilisten“ Eine kurze, gravierende Pause, um die Wahrheit in seiner Aussage zu bekräftigen. „Soweit alles klar?“
Unkoordiniertes Nicken und ein unverständliches Raunen war die einzige Antwort, die er bekam und somit kaum relevant. Ihre Gewehre ließen sie jedoch nicht sinken, als sie hilflos und noch immer wie in Schockstarre verfallen dabei zusahen, wie Bronze sich langsam, ohne den Griff um den Weißhaarigen in irgendeiner Weise zu lockern, durch den Hinterausgang aus dem Staub machte, die restlichen der jungen Leute, dabei mit der einen freien Hand, die die eigene Waffe hielt, aus dem selben Ausgang vor sich hin scheuchte. Die Blicke, die er ihnen dabei zuwarf, sollten Bände sprechen. Er konnte sich jedoch nicht sicher sein, ob sie auch genauso bei ihnen ankam. Stumm sollten sie versprechen, dass er sein Wort halten würde. Dass er tatsächlich hergekommen war, um ihnen zu helfen, nicht aber, um sie dann seinerseits als Geisel zu nehmen. Dass sie kooperieren sollten. Dass er den Friedenswächtern nicht traute. Dass Niemand ihnen trauen konnte.
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Mo 4 Mai 2015 - 20:46

Sahra

Tumult, Waffen, Geisteln, Blut, als da musste Sahra gerade mit ansehen.
Was geht hier nur vor sich?!, fragte sie sich erschrocken als sie den erklärenden Begriff "Ärztin", für sich hörte.
Waren das also Verbrecher? Nein, keinesfalls, sonst würden sie keine der Geiseln, mit Garantie frei lassen.

Sahras Herz pulsierte, wo war sie da nur hineingeraten?
Schnell löste sich sich aus ihren Gedanken und sah nach dem rothaarigen Jungen welcher noch immer nur provisorisch verarztet war.
Schnell stand sie auf, an den Männern mit den Gewehren vorbei, waren dies wirklich die so gennanten Friedenswächter?

Sie suchte in den Ruinen des zerbombten Hauses Gegenstände für diesen jungen Mann, fand aber nichts.
mist!, dachte sie sich und entschloss sich dazu, den jungen Mann zunächst ins Krankenhaus zu bringen.
Schnell flitzte sie wieder zu ihm, sah sich die Wunde genauer an und merkte, dass der Gegenstand, vermuttlich eine Kugel, sofort aus seiner Schulter zu entfernen war.
"Hey! kannst du mich hören? pass auf, ich werde dir gleich helfen ok?, es wird etwas weh tun, aber es muss sein.", sagte sie sanft und suchte etwas Zeug zusammen.

Schnell bat sie zwei Friedenswächter darum, ihr zu helfen, als auch sie erkannten, dass er sofort medizinische hilfe brauchte.
Sie suchte ein Stück gedrechseltes Holz, ging zu ihm und drückte es dem sowieso schon fast bewusstlosen Mann in den Mund:
"beis darauf, es wird ganz schnell gehen.", sagte sie besorgt und zog aus ihrer kleinen Umhängetasche, in der sie etwas Geld und ein Taschenmesser aufbewahrte, ihr Taschenmesser heraus.

hoffentlich, bleibt er trotzt der Schmerzen wach, den wen er schlafen würde, wäre es nicht gut um seinen Zustand zu überprüfen, dachte sich Sahra und deutete den zwei Friedenswächtern, ihn festzuhalten.
"Ok Rotschopf", sagte sie sanft:"Ich werde es ganz schnell machen, beis du einfach auf das Holz.", gab sie ihm erneut den Tipp und machte den provisorischen Verband wieder ab, um an das Loch dahinter zu kommen.

Langsam und vorsichtig fuhr sie mit dem kleinen Messer hinein und positionierte das Messer unter dem Gegenstand.
Der rothaarige Junge kämpfte mit den Schmerzen, Sahra tat ihm leid, doch nur so konnte sie ihm helfen.
Sanft bewegte sie die Kugel in hin und her bewegungen nach oben und als sie etwas hinaus sah, scheute sie sich nicht und zog sie mit ihren längeren Fingernägeln hinaus.
Die Friedenswächter liesen ihn los und Sahra machte einen neuen Stoff sorgfälltig auf die Wunde, drückte den Verband fest auf das Loch um die Blutung zu stoppen.

"Siehst du? ... schon vorbei.", sagte sie leicht schnaufend und knottete den Verband fest, damit er nicht wieder aufgehen würde.
"sei mir bitte nicht böse, ja?", sagte sie wieder sanft und lächelte ihn an, als sie ihn umdrehte.
Die Freidenswächter sahen Sahra verwirrt, aber auch froh über des Zivilisten Rettung an und hoben ihn hoch.

"Ich wäre ihnen sehr dankbar, wen sie ihn in ein Krankenhaus bringen würden, ich bin leider zu schwach dazu.", sagte sie leicht lächelnd und auch leicht erschöpft.
Wer wohl diese `Piraten` waren?, fragte sich Sahra schließlich, als sie den Platz langsam verlies.
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Di 5 Mai 2015 - 21:12

Noah

Noah schaute etwas ratlos auf Whispers am Boden liegenden Körper. Er hatte sein Bestes getan, doch er war in den meisten Fällen eher der, der verarztet werden musste, als der, der andere behandelte. Selbst dem Mönch war klar, dass der Rothaarige so nicht mehr lange durchhalten würde. Umso überraschter war er, als das fremde Mädchen wie aus dem Nichts auftauchte. Dass sie sich nun als Ärztin entpuppte und ihm das Sorgenkind der Gruppe abnahm, kam dem Weißhaarigen mehr als gelegen. Wer sich ohne zu Zögern durch diese Zerstörung wühlte, nur um einem Verletzten zu helfen und ohne sich von den Leichen und dem grausigen Anblick beirren zu lassen, schien verantwortungsvoll genug zu sein.
„Gut dass du da bist… Ich glaube, er hier ist der einzige von uns, der wirklich deine Hilfe braucht.“, sagte er zwinkerte ihr freundlich zu, bevor er sich wieder zu den anderen wandte und der Ärztin ihren Patienten überließ. Sein Blick suchte Fiddler, um zu schauen, wie es um den langen Kratzer in seinem Gesicht stand. Doch eins der Mädchen hatte sich bereits darum gekümmert. Alles wurde wieder gut, sie hatten es überstanden und, was das Wichtigste war, sie alle waren noch am Leben. Im Gegensatz zu den vielen Toten, die um sie herum verteilt lagen. Der Mönch verspürte nicht den Wunsch, noch länger in den Trümmern zuzubringen. Leise sprach er ein paar Worte als Gebet für ihre Seelen und tippte sich rituell mit zwei Fingern an seine Stirn.
Als die Friedenswächter das Café endlich betraten, ziemlich spät, dafür, dass die ganze Geiselnahme eine ganze Weile gedauert hatte, entspannte sich der Weißhaarige ein wenig. Er gehörte zu der Art von Bürger, der mit den Friedenswächtern einen gewissen Grad an Ordnung und Recht verband, so wie die meisten anderen Zivilisten auch. Nicht, dass er schon viel mit den örtlichen Wächtern zu tun gehabt hatte.
Irgendwie löste sich die Spannung nicht so, wie er es erwartet hatte. Die Ankömmlinge hielten Abstand und bildeten einen Halbkreis um die Gruppe, als würden sie die Überlebenden einkesseln. Als sie ihre Waffen auf die Versammelten richteten, wurde dem Weißhaarigen klar, wo das Problem lag. Die Anwesenheit ihrer Retter, die sich gerade als Piraten entpuppten, war ziemlich missverständlich.
Die Friedenswächter konnte wohl auch nicht sicher sein, ob die Überlebenden nicht auch zu den Kriminellen gehörten, weshalb sie lieber auf Nummer sicher gingen, frei nach dem Motto „jeder ist erstmal verdächtig“. Trotzdem, die beiden Piraten hatten ihnen allen das Leben gerettet, kriminelle Berufung hin oder her.
Da Noah nicht gerne in der Schuld anderer Menschen stand und sich niemand anderes zu Wort zu melden schien, trat er entschlossen einen Schritt vor und hob beschwichtigend die Arme. Gerade wollte er die Situation zu aufklären, als er völlig überrumpelt von Bronze gepackt wurde. Er konnte gerade noch ein „Was zur Hölle?“, hervor bringen, als der Größere bereits den Arm schmerzhaft um seinen Hals gelegt hatte.
Noah hatte keine Zeit zu reagieren, weil die Aktion des Piraten ihn vollkommen unvorbereitet getroffen hatte. Das kalte Eisen an seiner Schläfe riss ihn zurück in die Realität. Seine Hände krallten sich instinktiv in den muskulösen Arm um seinen Hals. Der Weißhaarige vermutete, dass der Pirat seine Drohung vermutlich nach wahr machen wollte- nicht zuletzt, weil die beiden seine Truppe ursprünglich gerettet hatten. Das widersprach sich grundlegend. Nach dem ersten Schrecken ahnte er auch, dass das ein zugegeben ziemlich raffiniertes Manöver war, um den Friedenswächtern zu entkommen. Eigentlich gönnte er es ihren Rettern auch. Doch was dem Mönch ganz und gar nicht gefiel war der Fakt, dass er, dass alle Beteiligten so in die ganze Sache mit hinein gezogen wurden. Auch die Waffe an seinem Kopf trug zur Besserung der Situation nur wenig bei und verhinderte nicht, dass sein Herz schneller schlug.
Noah bemerkte nur am Rande, was der Pirat zu den Friedenswächtern sagte. Vielleicht hatte er doch zu große Stücke auf die Verfechter von Recht und Ordnung gesetzt, denn diese schienen mit dieser Situation absolut überfordert zu sein. Einen Moment lang sah es sogar aus, als würde der Gedanke, ein paar Zivilisten mit umzubringen, für die Wächter keinen Unterschied machen.
Als Bronze sich anschickte das Café durch den Hintereingang zu verlassen, stolperte der Weißhaarige mehr oder weniger neben ihm her, nur von dem eisernen Griff des Piraten vor dem Stürzen bewahrt. Aus den Augenwinkeln versuchte er einen Blick auf die anderen Überlebenden zu erhaschen. Eine Geiselnahme war schon ziemlich mies, doch gleich danach in eine zweite zu geraten, war eine Zumutung.
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Lillien
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Di 5 Mai 2015 - 22:37

Meya
 
Leicht geschockt hockte die Grünhaarige noch immer neben Whisper. Er braucht dringend Hilfe! Sehr gesund sah er ja nicht aus. Erleichtert konnte sie ein wenig aufatmen, als sich ein Mädchen als Arzt vorstellte, auch wenn es ihr nicht sonderlich gefiel, dass sie in das Café hinein gerannt kam. Das war nicht sonderlich beruhigend.
 
Doch wesentlich schlimmer als das Mädchen, war die Masse an Friedenswächtern, die plötzlich hinein stürmte. Natürlich mit erhobenen Waffen direkt auf Leute gerichtet. Auch wenn jetzt keine auf sie zielte, sondern auf ihre Retter, die anscheinend Piraten waren, was Meya sogleich verwirrte, mochte sie keine Schusswaffen. Da war sie sich sicher. Außerdem beschloss sie entweder mehr Messer einzupacken und dringend ein wenig zu üben, oder sich eine Pistole zu besorgen. Oder sonst irgendetwas, mit dem sie sich nicht ganz so angreifbar fühlte.
 
Sie fand die Situation für die Piraten auch ein wenig unfair. Was auch immer sie sonst taten, sie hatten der kleinen Gemeinschaft hier heute das Leben gerettet und  dass so viele Waffen auf gerade einmal zwei Leute gerichtet wurden, war leicht übertrieben. Obwohl, wie sie das Gefolge des Verrückten niedergemetzelt haben… Eingeschüchtert rückte sie ein wenig weiter zur Wand und weg von den beiden Piraten. Ob sie sie wohl erschießen, oder eher mitnehmen?, fragte sie sich, doch sie konnte ihre Gedanken nicht weiter ausführen, denn nun wurden schon wieder kurz mit einer Waffe auf die Gruppe gedeutet. Was war bloß an diesem Tag los?
 
Das alles verlief einfach so schnell, dass Meya es erst hinterher alles realisierte, als sie auch schon als Geisel das Café verließ. Richtig ängstlich war Meya jetzt nicht, denn wenn die Piraten sie hätten töten wollen, hätten sie die Anderen einfach machen lassen sollen.  Es war einfach alles sehr verwirrend und Meya wusste nicht, was hier jetzt genau los war, doch sie blieb in Shirós Nähe, hatte er ihr heute schon einmal geholfen.
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Mikotsuki
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Fr 8 Mai 2015 - 21:51

Nima

Von einem Moment auf den anderen machte die gesamte Situation eine 180° Wendung. Grade noch verband sie Fiddlers Wunde und wollte ihren Rettern sagen, was der Doc womöglich vorhatte als diese Friedenswächter auf einmal ihr Café stürmten. Sie runzelte ihre Stirn. Mit diesen Wächtern wollte sie nichts zu tun haben, wo auch immer sie auftauchten, entstand nichts gutes. Nima konnte noch nicht einmal weglaufen. 'Optionen ... Optionen ... '
Fast hätte sie das Mädchen, welches sich als Ärztin vorstellte, nicht bemerkt. Jetzt war es noch komplizierter !
Die junge Kellnerin wünschte sich jetzt, dass sie heute nie aufgestanden wäre. Ja, das wäre schön gewesen. In meinem Wolkenbettchen ganz weit weg von dieser Situation in meinen Träumen...
Promt wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Der Kleinere der Piraten hielt Noah eine Schusswaffe gegen den Kopf, stieß eine Drohung aus und schon waren sie bei der Hintertür des Hauses.
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nasu
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Do 28 Mai 2015 - 20:24

Shiró

Es war unumstritten, dass es Shiró bisweilen passierte die Gegenwart zu vergessen.
Dies Geschah besonders häufig wenn ihn das verspielte Rot ablenkte, das sich glitzernd auf dem Boden ausbreitete.
Als ihn Nima ansprach, richtete er seinen Blick mit großen Augen auf das kleine, grünhaarige Mädchen.
„Meya!“ sprach er sie direkt an. Sein breites, in dieser Situation wahnwitzig surreales Lächeln, schwang in dem kurzen Namen mit.
„Ich finde das hübsch, lass es lieber so.“
Dass er dabei von dem Rinnsal, das sich aus der Stichwunde schlängelte sprach, war nur nach seinem Blick zu erkennen.
Shiró konnte sich zwar auf mehr als eine Sache konzentrieren, wollte es jedoch schlicht weg nicht, weshalb er an das Mädchen herantrat, mit seinem Zeigefinger auf ihren Unterarm tippte und einen blutroten Bogen unter ihrem grünen Haaransatz malte.
Er lächelte breit, als hätte er gerade nicht das Blut des Mädchens dazu benutzt, ihr Gesicht zu bemalen.
Leider würde die satte Farbe nicht lange andauern, aus dem hellen Rot würde weinrot werden und irgendwann eine Mischung aus rot und braun.
Doch das frische Blut trug seine Lieblingsnuance der wunderbaren Farbe.

Um Whisper machte sich Shiró seit er ihn losgelassen hatte schon keine Sorgen mehr, was dem Gesegnet wohl nur noch mehr Glück bescherte. Ob er es nochmals verkraftet hätte als Teppich benutzt zu werden?
Daher bemerkte er die Ärztin er spät, die Friedenswächter jedoch hatten sich mit ihren Befehlen und klackernden Absätzen lautstark bemerkbar gemacht.
Shiró verschränkte die Arme interessiert hinter dem Rücken, machte große Augen als er zur Geisel erklärt wurde.
„Wie aufregend.“ Hauchte er kindlich in die Angespannte Luft. Die weißen Augenbrauen, versteckten sich bei all dem Trubel unter den Spitzen seines Haares, das ihm in die Stirn fiel.
Bereitwillig ließ sich Shiró als Geisel nehmen. Grinste breit, während er brav dem Befehl folgte und das Café verließ. Dem Abenteuer entgegen.
Shirós Welt hatte er vorsorglich klein gebaut, um sich in Momenten wie diesen keine Gedanken über seine Mutter zu machen. Über Verpflichtungen um die er nie gebeten hatte.
Doch die Gedanken, oder Sorgen wie sie sich leichter einordnen ließen, juckte widerspenstig an den Mauern die sie aussperrten.

So geschah es das sich Shiró nur kurz auf der Straße, zu dem Café umdrehte, ein trauriger, beinahe erwachsener Schatten über das helle Gesicht huschte.
Die Augen in ein Grau von Gewitterwolken tauchten. Bemühte er sich noch so die verhassten Gedanken wieder auszusperren, mit jedem Schritt kämpfte er noch mehr, blieben die Augen trist und grau.
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Feuerchen
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Sa 6 Jun 2015 - 0:06

Bronze

Zugegeben, so ganz kugelsicher und brillant war Bronzes spontaner Plan B nicht gewesen. Den Umständen entsprechend vielleicht die beste und einzige Lösung, aber jetzt, wo das gesamte provisorische Unterfangen tatsächlich funktioniert hatte – Bronze warf immer noch den ein oder anderen Blick zurück in das Café, um sicherzugehen, dass man ihnen vorerst nicht folgte – war der zweite Schritt irgendwie schwerer als der erste.
Obwohl es zurzeit noch keine Verfolger gab, bedeutete das nicht, dass man sich nicht längst um Verstärkung gekümmert hatte. Sie waren nur sicher, solange ihre vermeintlichen Geiseln auch tatsächlich ihre Geiseln blieben. Und selbst das war nicht garantiert. Dafür musste Bronze die Situation und die Problematik, die sie sowohl für ihn selbst, als auch für die jungen Leute, die er nun unfreiwillig an der Backe kleben hatte, bedeutete, endlich auflösen und erklären. Bis hier hin hatten sie zumindest alle brav mitgespielt. Und Bronze war sich sicher, dass sie durchaus eine Wahl gehabt hätten.
Den Geistlichen noch immer in seinem festen Griff, die Waffe kalt und gefährlich gegen dessen Haut gepresst, sah Bronze sich knapp in der Gasse um, zu der der Hinterausgang des Cafés geführt hatte. Den Heimvorteil hatte er nur in Aura und Lumeena. Hier in Principia war er mittlerweile im Laufe seines jungen Lebens zwar auch schon oft genug gewesen, konnte von sich aber nicht behaupten, jede einzelne verschlungene Gasse wie seine Westentasche zu kennen. Das Haus, auf dem sie sich abgeseilt hatten, war eines der höchsten gewesen. Von weit her waren sie auch nicht gekommen. Außerdem machte der einzigartige Baustil jedes einzelnen Hauses der Hauptstadt, der fast schon an ein Kunstwerk erinnerte, die Sache wesentlich einfacher. Kurzum: Er hatte besagtes Haus und somit das Tor zu seiner und Narians Sicherheit schnell genug erspähen können.
Er ließ den Rest der Truppe vorgehen, indem er energisch mit seiner Waffe fuchtelte, blieb auf dem Weg weiterhin auf der Hut vor möglichen Verfolgern. Als er entschied, dass sie sich weit genug von dem Café entfernt hatten, sprach er endlich zu der Gruppe junger Menschen, die er nun doch irgendwie entgegen seiner Worte mehr oder weniger freiwillig entführt hatte. Den Geistlichen gab er ebenfalls frei, presste den Lauf seiner Waffe jedoch weiterhin gegen dessen Rücken, nur, um die Show irgendwie aufrecht zu erhalten.
„Die Umstände tun mir Leid“ waren die ersten Worte, die seine Lippen schließlich verließen. Sie waren aufrichtig und ehrlich. „Es war nicht meine Absicht, eure Gesellschaft länger als nötig in Anspruch nehmen zu müssen“ Er räusperte sich knapp. „Natürlich liegt mir nichts ferner, als euch zu verletzen…wenn ihr kooperiert und uns begleitet, bis wir uns vor den Friedenswächtern in Sicherheit wissen können“
Der Zeitraum war absichtlich relativ frei und offen ausgelegt, bot Raum, sowohl eine halbe Stunde, als auch eine ganze Woche anzudauern, obwohl Bronze es darauf nun wirklich nicht anlegte. Schnellen, fordernden Schrittes bewegte er sich fort, scheuchte die Anderen vor sich her, bis sie an der Leiter angekommen waren, die Narian und ihn vor gar nicht all zu langer Zeit (IN EINEM UNBEKANNTEN LAAAAAAAAAAND) auf den Erdboden Principias gebracht hatte.
Sichtbare Verfolger hatte Bronze soweit nicht beobachten können, es war jedoch gerade diese Ruhe, der er nicht zu trauen wagte. Dabei hatte er gerade von ihr oben einen hervorragenden Blick über die Stadt. Seine Lippen waren zu einer strengen Linie zusammengepresst. Aus der Innentasche seiner Jacke zog er eine kleine, flache Pfeife, die er sich für nur wenige Sekunden zwischen die Lippen legte, um ihr einen Ton zu entlocken, der nie kam. Als Signal nur für seine Crew am Himmel hörbar.
Gleich war es so weit. Gleich hatten sie es geschafft. Während er stumm darauf wartete, dass sich das Schiff so weit herabsenkte, dass es auch vom Erdboden aus zu erkennen war – mittlerweile wusste man schließlich sowieso, dass sich Piraten in der Stadt befanden – stellte er mit strengen Blicken zwar auch immer wieder klar, dass sich keiner seiner vermeintlichen Geiseln aus dem Staub machte, ließ ihn sicherheitshalber aber auch immer wieder über die Stadt um sie herum gleiten.
Dann sah er sie. Noch weit genug entfernt, um nur mehr kleine schwarze Punkte zwischen den verschlungenen Gassen der Hauptstadt darzustellen, sich jedoch schnell genug nähernd, um nach nur kurzer Zeit die Umrisse der Männer und Frauen ausmachen zu können. Bronze verengte die Augen leicht, als könne sich seine Weitsicht daraufhin verbessern. Sie kamen ausnahmslos auf schwarzen Pferden geritten, trieben sie immer schneller an. Mindestens 20 Stück an der Zahl. Einige Sekunden später und Bronze erkannte die Flügel. Pegasi.
„Verdammte Scheiße“ murmelte er, leise schnaufend im selben Moment, in dem sich der dunkle Schatten über ihnen zusammenzog und die Unterseite seines Schiffes die Aufmerksamkeit ganz Principias forderte. Einige der Pegasi hatten sich längst in die Luft erhoben, steuerten jetzt hauptsächlich auf das Schiff zu und Bronze hoffte, dass seine Crew entsprechend vorbereitet war.
Dann, endlich, wurden zwei Strickleitern heruntergelassen. Das stetige Zittern seiner energisch fuchtelnden Arme gut verbergend bedeutete er der Truppe grob, die Leitern zu nutzen.
„Rauf mit euch!“ wies er sie harsch zurecht. Er wusste, dass er sie alle in Gefahr brachte. Die unschuldigen Jungen und Mädchen, keiner von ihnen wahrscheinlich älter als er selbst. Aber er hatte keine Wahl. Andernfalls hätte er seine gesamte Crew in noch viel größere Gefahr gebracht. Hingen erst einmal ein paar unschuldige an der Leiter seines Schiffes, wären die Friedenswächter machtlos, wenn es darum ging, das Schiff zum Absturz zu bringen. Es war ihre einzige Chance, heil hier herauszukommen.
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Lillien
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Di 7 Jul 2015 - 22:18

Meya
 
Immer noch verwirrt stolperte Meya eher den Weg entlang, als das sie ging. Doch trotzdem entging ihr nicht, dass ihre Entführer irgendwie nervös wirkten, obwohl das vielleicht nicht verwunderlich war.
Doch war sie überrascht, als der offensichtliche Anführer dann zu reden anfing. Wenn er kein Entführer sein wollte, dann haben er und sein Partner irgendetwas falsch gemacht. Oder falsch verstanden.
 
Meya war kurz abgelenkt von der komischen Pfeife, sodass sie erst spät das Hufgetrappel hinter sich vernahm. Irgendwie fand sie die Friedenswächter auf ihren schwarzen Pferden aggressiver und weitaus gefährlicher als die jetzigen Begleiter der Gruppe. Selbst als sie die Leiter hochgescheucht wurde, hatte sie nicht weniger Panik als bei dem Angriff des komischen Doktors im Café und so versuchte sie zumindest relativ schnell diese verflixte Leiter hinaufzukommen, doch sie kam nicht so schnell voran, wie sie eigentlich gehofft hatte. Um ihren Vorsprung vor den Friedenswächtern nicht zu verlieren tat sie das erste, was ihr einfiel: ein riesiges Feuer, welches fast von der Straße bis zu den niedrigen Dächern reichte verhinderte ihr nun eine klare Sicht auf die schnell näher kommenden Gestalten. Sie hoffte, zumindest die Pferde gestört zu haben, obwohl Tiere eher selten auf Illusionen hereinfielen.
 
Sie kam dem Schiff immer näher und Meya wurde immer aufgeregter. Sie war noch nie auf einem echten Piratenschiff gewesen, nur, hatte sie auf einmal Angst, dass sie den Piraten Probleme mit dem Feuer bereitet hatte. Was ist, wenn die Friedenswächter denken, sie hätten das Feuer gelegt? Sie warf einen entschuldigenden Blick zu dem Anführer. Ärger machen wollte sie wirklich nicht. Und endlich kam sie oben an und ihr blieb erstmal der Mund offen stehen.
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vivi
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BeitragThema: Re: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Mo 13 Jul 2015 - 21:51

Noah

Widerwillig aber ohne eine wirklich Wahl zu haben, ließ sich Noah von Bronze mitziehen. Er versuchte während ihrer dramatischen Flucht nicht über den steinigen Boden zu stolpern, denn die Piraten drängten ihre provisorischen Geiseln so schnell es ging voran. Es war kein Geheimnis, dass die Friedenswächter nicht lange warteten, bis sie die Verfolgung aufnehmen würden und damit die Situation für die Piraten immer komplizierter wurde.
So schnell wie es der Gruppe möglich war, schlängelten sie sich durch die engen Gassen und zwischen den hohen Häusern Principias hindurch. Es war wohl der Explosion zu verdanken, dass kein Zivilist dieser seltsamen kleinen Gruppe begegnete. Noah sprach in Gedanken ein langes Gebet, vor allem für die Sicherheit der kleinen Gruppe, die sich unverhofft im Cafe zusammen gefunden hatte. Er kannte außer Fiddler niemanden von ihnen, aber sie waren zum Teil fast noch Kinder und hatten es verdient, dass dieser schreckliche Tag langsam aber sicher zu Ende ging. Doch danach sah es im Moment nicht aus.
Es riss den Weißhaarigen fast aus seinen Gedanken, als Bronze plötzlich langsamer wurde. Endlich lockerte sich der eiserne Griff des Piraten und instinktiv trat Noah einen Schritt weg von ihm. Doch noch immer spürte er den kühlen Hauch der geladenen Waffe an seinem Rücken, was er inzwischen als reichlich unnötig empfand. Vor allem, nachdem Bronze den Anwesenden so kurz und knapp es ging erklärte, was sie alle schon geahnt hatten- sie mussten lediglich als Mittel zum Zweck herhalten, um den Piraten ihre wohlverdiente Flucht zu ermöglichen.
Noah konnte diesen Gedanken nachvollziehen und schluckte seinen Ärger herunter. Trotzdem fragte er sich, warum sie an diesem Ort verharrten- die Friedenswächter ließen ihnen sicherlich nicht lange Zeit. Da zog der Anführer der beiden Piraten eine kleine Pfeife hervor und sandte ein schrilles Signal zum Himmel. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ein riesiges, eindrucksvolles Schiff sank aus seinem schützenden Versteck herab und Noah kam nicht umhin, das beeindruckende Gefährt zu bewundern. Es schien nicht schlecht zu laufen, in der Piraterie.
Erneut geriet Bewegung in die Truppe und einen Moment lang fragte sich der Geistliche, was die beiden Piraten wohl geplant hatten. Als jedoch die Leitern herab gelassen wurden und nur wenige Zentimeter über dem Boden verharrten, ging ihm ein Licht auf.
Ratlos strich er sich die Haare aus dem Gesicht und schaute sich um. Die Situation war verzwickt. Und gefährlich. Sehr gefährlich. Zumal die Friedenwächter, die sich nun auf ihren geflügelten Pferden immer weiter näherten nicht wissen konnten, wer von den Anwesenden wirklich Pirat und wer nur Opfer war.
Als Bronze seine Lämmchen aufforderte die Leiter zu erklimmen, trat Noah heimlich einen Schritt beiseite. Ohne darüber nachzudenken, ließ er den anderen den Vortritt und schaute sich um. Es waren mindestens zwanzig Friedenswächter, wenn nicht noch mehr und sie schienen gut ausgebildet zu sein. Das würde nicht leicht werden für ihre Entführer.
Auch wenn der Weißhaarige es sich nicht eingestehen wollte, war er hin und her gerissen. Einerseits, wollte er nur weg, weit weg und sich von den Strapazen des Tages erholen. Er könnte vielleicht einfach die Flucht ergreifen… Die Piraten waren das Hauptziel der Wächter und es würde ihm nicht schwer fallen, den beiden zu entkommen, denn deren Aufmerksamkeit wurde gerade von zu vielen Dingen gleichzeitig beansprucht.
Aber er konnte die anderen aus dem Café auch nicht im Stich lassen. Einen Moment lang musste er über seine eigene Blauäugigkeit lachen. Er kannte die Menschen nicht einmal und trotzdem verspürte er den Drang eher ihnen zu helfen, als sich selbst. Dazu kam jedoch ebenfalls, dass er wohl oder übel in der Schuld der beiden Piraten stand. Noah fühlte sich seltsamerweise mit verantwortlich für deren prekäre Lage und er wusste, dass die beiden nicht so böse waren, wie die Friedenswächter vermuteten. Und diese kamen unaufhaltsam näher.
Ein großer Teil der fliegenden Reiter löste sich plötzlich aus der Gruppe und machte sich geordnet in Formation auf den Weg zum Schiff. Der Rest hatte die Gruppe an der Leiter fast erreicht.
Sie würden es bei weitem nicht alle schaffen, rechtzeitig nach oben zu kommen.
„Tu, was dir richtig erscheint und nicht, was andere als richtig empfinden.“, rezitierte Noah leise zu sich selbst die Worte, die ihm sein Ziehvater mit auf den Weg gegeben hatte. Es war schrecklich kitschig aber trotzdem musste er zugeben, dass er gerne nach diesem Motto lebte.
Der Weißhaarige gab sich einen letzten Ruck und stellte sich neben Bronze, um dessen Aufmerksamkeit zu erlangen, ungeachtet der Waffe in dessen Hand.
„Ich schulde euch etwas.“, sagte er knapp aber bestimmt. Er hoffte, dass klar war, was er damit meinte. Dann huschte das alte verschmitzte Lächeln über sein Gesicht und seine schmalen grünen Augen richteten sich auf die nahende Bedrohung.
„Ist wenigstens nicht das erste Mal, dass ich mit der Justiz aneinander gerate.“ Die Umstände dieser Geschichte waren zwar damals gänzlich anders gewesen, doch Noah hatte den Entschluss gefasst, seinen Rettern beiseite zu stehen.
Zudem bekam er dadurch die Möglichkeit mit einem Friedenswächter zu reden und ihm oder ihr zu erklären, was wirklich vorgefallen war. So konnte das Missverständnis mit etwas Glück aus der Welt geschafft und schwerwiegende Folgen verhindert werden.
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Feuerchen
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BeitragThema: Café "zum Psychodoc" (Fiddler, Whisper, Nima, Meya, Noah, Shiró, Bronze, Narian)   Mi 15 Jul 2015 - 0:05

Fiddler

Die Tatsache, dass er von keinem der beiden Piraten als menschliches Schutzschild auserkoren wurde, war eine große Erleichterung für Fiddlers kleines, flatterndes Herz. Viel zu riskant wäre es doch gewesen, sein Leben aufs Spiel zu setzen, voll darauf zu vertrauen, dass die Friedenswächter auch nur einen Augenblick gezögert hätten, auf den armen Straßenmusiker zu schießen. Was würde das Vergießen seines Blutes schon bedeuten? Ein weiteres verhungertes Kind, das sie von der Straße kratzen mussten. Durch den Segen vielleicht ein unglücklicher Umstand, aber lange kein Weltuntergang. Und die schmutzigen schuhlosen Füße, sowie der schmale Körper, den die zu weite Kleidung an den richtigen Stellen wie ein Geist umhüllte, waren Beweis genug für seinen Stand in der Gesellschaft.
Gedanken, die Fiddler trotz ihres Gewichtes nur flüchtig, fast kaum merkbar beschäftigten. Falten huschten über seine Stirn, als wären sie nie da gewesen. Und das lag nicht nur daran, dass er auf den Wink der Piraten so schnell wie möglich hinter ihnen und seinen neuen Freunden herstolperte. Der Gedanke, der ihn daraufhin viel mehr beschäftigte, hatte eher damit zu tun, wie lange es noch brauchen würde, bis er auch die beiden Piraten als seine Freunde würde bezeichnen können und wie cool es doch wäre, Piraten als Freunde zu haben. Er fragte sich, ob sie ihn beschützen würden. Nicht nur vor den Friedenswächtern. Und dann fragte er sich, ob sie auch alle seine neuen Freunde beschützen würden. Er dachte darüber nach, dass Noah und Shiró sich wahrscheinlich selbst beschützen konnten. Und, dass Meyas Illusionen viel gruseliger waren, als die Piraten und die Friedenswächter zusammen. Er dachte daran, wie clever and geschickt Nima war und, dass sie viel bessere Chancen hatte, an der Seite von Piraten zu überleben als er. Er fragte sich, ob Speckles Piraten mochte und ob das Äffchen gefeit gegen Seekrankheit war. Ob ihm wohl eine Piratenjacke stehen würde? Und ob er eine Jacke in 10 Nummern kleiner finden würde, damit er und Speckles sie im Partnerlook tragen könnten. Wie viele Kratzer und Affenbisse das Unterfangen wohl nachziehen würde und, ob Nima genug Pflaster hatte, um sie alle zu versorgen.
Und während er über all das nachdachte, sich ohne wenn und aber von den Piraten herumscheuchen ließ, damit er nicht derjenige war, der mit der Waffe im Kreuz laufen musste, blieb er den beiden großgewachsenen Männern möglichst fern und hielt sich an Nimas Seite. Nur ab und zu wachte er aus beschäftigter Trance auf, um ein hoffnungsvoll belustigtes Lächeln – oft über die Natur seiner eigenen Fantasie – in die Runde zu werfen und sich mit knapp gerunzelter Stirn um Noahs Situation zu sorgen, bevor seine Gedanken wieder abrutschten.
Speckles hatte es ganz zu recht nicht eine Sekunde länger mehr unter Fiddlers Shirt ausgehalten, feucht von Schweiß und Blut konnte das Äffchen sich ein besseres Zelt vorstellen. Außerdem wollte er Teil von dem Geschehen sein, alles aus eigenen, neugierigen Augen beobachten, war jedoch wie sonst so selten vorsichtig und tat besser daran, sich an Fiddlers Schulter zu klammern und dort zu verhaaren, während sich der Schweif besitzergreifend um den Hals des jungen Musikers legte. Immer wieder zuckten Kopf und Blick umher, witterten schon jetzt die Friedenswächter, die der Rest der Gruppe erst in einigen Minuten bemerken würde.
Die kindliche Faszination überwog die Angst schließlich vollständig, als die kleine Gruppe mehr oder weniger geduldig auf dem Dach darauf wartete, dass der Schatten des herunterkommenden Schiffes sie gänzlich verschlang. Denn Nacken drehte Fiddler sich dabei beinahe steif, weil sein Blick dauerhaft gen Himmel gerichtet war. Selbst Speckles krallte sich etwas tiefer in die Schulter seines besten Freundes.
Und dann sollten sie klettern. Einfach so über die frei hängende Strickleiter. Fiddler tendierte dazu, über seine eigenen Füße zu fallen und dabei ganze Wohnungseinrichtungen zu Fall zu bringen, aber wenn es einen Vorteil hatte, einen Affen als besten Freund zu haben, dann war es das Talent zum Klettern, das irgendwann einfach abgefärbt hatte. Tatsächlich hatte er sich schon des Öfteren von Dach zu Dach fortbewegt und machte sich auch aus schwindelerregenden Höhen nicht viel. Höhe alleine und die potenzielle Angst davor schienen auch längst nicht mehr das Problem zu sein, als Speckles sich plötzlich lautstark schimpfend zurück unter Fiddlers Kleidung verkroch und der junge Musiker selbst daraufhin später als alle Anderen auf die Friedenswächter und ihre Pegasi aufmerksam wurde. Plötzlich war die Strickleiter im freien Fall der einzige Weg und zum Nachdenken blieb keine Zeit mehr.
Die Anweisungen der Piraten gingen völlig im Chaos unter, waren nur mehr ein weiteres Geräusch aus dem Hintergrund, das Fiddler trotz Allem mit genug Klarheit erfassen konnte, um sich wie im Schlafwandel an die Leiter zu hängen und die ersten Sprossen erklomm. Die beiden Piraten mischten sich irgendwo zwischen den Rest der Gruppe. Nicht ganz vorne und nicht am Ende. Damit es den Friedenswächtern umso schwerer fallen würde, auf die Kletterrunde zu schießen. Aber so weit dachte Fiddler gar nicht. Überhaupt ging gerade erstaunlich wenig in dem sonst so leicht abzulenkenden Kopf des jungen Musikers vor.
Linker Arm, linker Fuß, rechter Arm, rechter Fuß. Das sich immer wiederholende Muster, das ihn so bald wie möglich an sein Ziel bringen sollte. Auch ohne Höhenangst, sah er lieber nach oben als nach unten und musste mit gekräuselter Nase und einem erleichterten Lächeln feststellen, dass er dem Schiff bald näher war, als dem Boden unter sich. Das mochte auch daran liegen, dass sich das Schiff längst wieder in Bewegung gesetzt hatte, den Friedenswächtern doch noch zu entkommen. Und Fiddler hoffte innständig, dass die Verfolgungsjagd erst so richtig losgehen würde, wenn er den halbwegs sicheren Schiffsboden unter den Füßen spüren konnte.
Den Blick zurück konnte er sich trotzdem nicht verkneifen. Wie erwartet waren ihnen auch die Friedenswächter viel zu schnell viel zu nah gekommen. Außerdem brannte die Stadt. Wieso brannte die Stadt? Fiddler erstarrte kurz, war so irritiert von dem Anblick. Die Pegasi der Friedenswächter scheuten vor dem Feuer, warfen ihre Reiter teilweise sogar von ihrem Rücken, weil sie so heftig buckelten.
Dann ein Schuss. Fiddler zuckte heftig zusammen, rutschte vor Schreck beinahe von der nächsten Sprosse und hielt sich zittrig und gerade rechtzeitig an der Leiter fest. Es brauchte ein paar Herzschläge, bis er sich beruhigt hatte, doch jeder Schuss ließ ihn erneut erzittern, musste sich immer wieder selbst ins Gedächtnis rufen, dass die Schüsse von den Piraten kamen und nicht etwa auf die kleine Gruppe an der Strickleiter gerichtet waren. Noch nicht, zumindest. Fiddler befürchtete jedoch, dass auch das nur eine Frage der Zeit war.
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